Diese wunderbare Musik wurde von den Nazis vertrieben 

Seit meiner Schulzeit gehe ich regelmäßig in die Komische Oper. Meine Klasse hatte sowohl für die Staatsoper als auch für die Komische Oper ein Abonnement. Heute kann ich mehr als damals ermessen, welch großartiges Privileg das war.
Das Stammhaus in der Behrenstrasse wird saniert. Als Ausweichquartier dient das Schillertheater.
Kürzlich besuchte ich „Eine Frau, die weiß, was sie will!“ von Oscar Straus, inszeniert von Barrie Kosky. Dagmar Manzel und Max Hopp singen und spielen insgesamt 30 Rollen - sehr rasant.
Die Premiere fand vor über 80 Jahren in der Komischen Oper statt. Sie war ein großer Erfolg. Doch bald begannen organisierte Nazis die Vorstellungen zu stören und vertrieben die Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland. Das darf sich nie wiederholen. 

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Rechnungshof kritisiert Maskenbeschaffung

Der Rechnungshof kritisiert die massive Überbeschaffung von Masken  während der Coronakrise durch das Bundesgesundheitsministerium unter dem damaligen Minister Jens Spahn. Dies führte zu hohen Lagerbeständen und Folgekosten, während der tatsächliche Nutzen zur Pandemiebekämpfung gering war. Dieser Bericht ist ein deutliches Alarmzeichen und eine Aufarbeitung ist dringend erforderlich.

Der Spiegel berichtet

Kein Grund zur Geheimhaltung

Gesundheitsministerium verstieß bei der Impfkampagne gegen Vergaberecht

Das Bundesgesundheitsministerium hat einen Auftrag für eine Werbekampagne während der Coronakrise ohne Ausschreibung vergeben und wird dafür nun vom Bundesrechnungshof gerügt. Ebenfalls ist die Geheimhaltungseinstufung seitens des Ministeriums angemahnt worden. Eine Praxis, die immer häufiger angewendet wird, auch bei belanglosen Dokumenten und Vorgängen. Dabei geht es nicht um die Sicherheit unseres Landes, sondern um die Behinderung der Arbeit der Abgeordneten.

Der Spiegel berichtet

 

 

Rote Ostertafel in Hohenschönhausen

Heute machten wir, unterstützt von zahlreichen gut gelaunten Genossinnen und Genossen mit unserer Roten Tafel vor dem Lindencenter halt. Neben frischer Bratwurst vom Grill und heißem Himbeertee gab es verschiedene Osterleckereien für die Kleinen. Wir führten viele interessante Gespräche mit den Menschen zu unterschiedlichsten Bereichen. Vom lokalen Ärgernis um den Wohnungsbau in Falkenberg bis zum allgegenwärtigen Thema Frieden. Viele Bürgerinnen und Bürger zeigten sich besorgt von den massiven Aufrüstungen auf der einen und den Kürzungen im Sozialbereich sowie den Preissteigerungen auf der anderen Seite. Statt ein irres Wettrüsten auf Kosten von Sozialpolitik fortzusetzen, setzen wir uns für Waffenstillstandsverhandlungen ein. Außerdem muss  es Erhöhungen beim Kinder- und Bürgergeld, einen höheren Mindestlohn sowie einen Inflationsausgleich für Rentnerinnen und Rentner geben. Dazu müssen auch Konzerne, die mit Kriegsgerät, Lebensmitteln oder Energie, Übergewinne ergaunert haben, eine Übergewinnsteuer zahlen. (Max Galle)

Zum aktuellen Flyer

Geburtstagsfeier für Bersarin

Am 1. April 2024 wäre Nikolai Erastowitsch Bersarin 120 Jahre alt geworden. Wird es eine Geburtstagsfeier für ihn geben? Wer würde diese Feier ausrichten? Wer würde einer Einladung Folge leisten? Würde Bundeskanzler Scholz, Bundespräsident Steinmeier und der Regierende Bürgermeister Wegner kommen? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass Geschichte schon wieder neu geschrieben wird und dabei vieles unter den Tisch fällt.

Einige Politiker haben scheinbar vergessen, wer Auschwitz und später Berlin befreit hat. Die Leistung der Roten Armee werden immer häufiger verschwiegen. Das ist unanständig. Ja, die russische Regierung führt einen Krieg gegen die Ukraine. Wir setzen uns dafür ein, dass dieser Krieg so schnell wie möglich beendet wird. Doch Waffenstillstand oder sogar Frieden werden aus dem Wortschatz der Regierungsfraktionen gestrichen. Die Bundesregierung liefert immer mehr Waffen und Munition in die Ukraine. Damit trägt die Bundesregierung eine Mitverantwortung für den Tod von Tausenden Soldaten, Frauen und Kindern. Verantwortung übernehmen heißt heute Kriege beenden. Das erfordert allerdings mehr Mut, als Kriege am Laufen zu halten. Diesen Mut hat die Bundesregierung nicht.

Würde Bersarin heute wieder Ehrenbürger Berlins werden?

Am 11. Februar 2003 beschloss der Berliner Senat, dem ehemaligen Stadtkommandanten Bersarin die Ehrenbürgerwürde Berlins wiederzuverleihen. Bereits drei Jahre zuvor – noch zu Zeiten der Großen Koalition von CDU und SPD – sollte der Beschluss umgesetzt werden. Doch nichts passierte.

Die 5. Armee unter Führung Bersarins erreichte 1945 als erste sowjetische Einheit die Berliner Stadtgrenze. Bersarin wurde nach dem Krieg der erste alliierte Stadtkommandant. Mit großem Engagement nahm er die Reparatur der völlig zerstörten Strom- und Wasserleitungen in Angriff und baute eineKommunalverwaltung auf. Die Bevölkerung wurde mit Lebensmitteln versorgt. Ersetzte sich dafür ein, dass Theater und Kinos wieder spielen konnten. Das erste Symphoniekonzert für die Berliner fand am 16. Mai statt, nur eine Woche nach der Kapitulation. Als Stadtkommandant sorgte er dafür, dass im zerstörten Berlin wieder eine Zeitung erschien und setzte sich für die Inbetriebnahme des Rundfunksenders ein. Zeitzeugen berichten über den hohen persönlichen Einsatz, den der Stadtkommandant bei der Wiederherstellung des öffentlichen Lebens an den Tag legte. Übergriffe und Plünderungen durch seine eigenen Soldaten bestrafte er hart. Bersarin starb am 16. Juni 1945 bei einem Motorradunfall im Alter von nur 41 Jahren.

Im Sommer 1992 „bereinigte“ der vom Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) geführte Senat die Ehrenbürgerliste mit einem Handstreich. Nach seiner politischen Auffassung durfte es nicht sein, dass ein Russe Ehrenbürger der Hauptstadt ist. Da war es auch nicht verwunderlich, dass der gleiche Diepgen die Umsetzung des Parlamentsbeschlusses vom Sommer 2000 boykottierte. Während der 28 Koalitionsverhandlungen von SPD und PDS setzte ich mich in der zuständigen Arbeitsgruppe dafür ein, dass dieser Beschluss nun endlich umgesetzt wird. Aus meiner Sicht eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Es gab aber auch einige Mitglieder des Abgeordnetenhauses, die Angst hatten, wir könnten mit diesem Beschluss die Westberliner verschrecken. Diese Bedenkenträger vergaßen geflissentlich, dass sich zum Beispiel bei einer Umfrage des Tagesspiegels – der vor allem im Westen der Stadt gelesen wird – eine Mehrheit für die Rehabilitierung des 1. Stadtkommandanten Bersarin entschieden hatte. Zudem gab es unter diesen Menschen nicht wenige Westberliner, die sich seit Jahren auch mit finanziellen Mitteln für Besarin engagierten.

Geschichte darf nicht umgeschrieben oder relativiert werden

Als damaliges Mitglied des Abgeordnetenhauses beauftragte ich den Historiker Lutz Prieß, eine Broschüre über das Wirken von Bersarin zu erarbeiten. Diese Broschüre wurde an zahlreiche Vereine, Bibliotheken und Einzelpersonen verschickt. Damit wollte ich einen Beitrag zu einer wichtigen Debatte in unserer Stadt leisten. Das war aber nur der erste Schritt. Der nächste musste sein, die Wiederaufnahme Bersarins in die Ehrenbürgerliste Berlins auch würdig zu begehen.

Zwei Monate später wurde im Festsaal des Abgeordnetenhauses Nikolai E. Bersarin die Würde als Ehrenbürger Berlins wiedergegeben. Die Enkeltochter Alexandra bedankte sich mit bewegenden Worten. Die PDS-Fraktion hatte diejenigen eingeladen, die sich seit Jahren für eine gerechte geschichtliche Bewertung eingesetzt hatten. Viele sind inzwischen enge Freunde geworden. Als ich Alexandra und ihren Mann Pjotr durch den Reichstag führte, begleitete mich eine Dolmetscherin, deren Vater kommunistischer Reichstagsabgeordneter war und nach dem Reichstagsbrand verhaftet wurde. Geschichte bleibt lebendig, wenn wir sie lebendig halten.

Heute müssen wir feststellen, dass es nicht nur darum geht, Geschichte lebendig zu halten. Wir müssen heute dafür kämpfen, dass Geschichte nicht umgeschrieben wird. Der furchtbare Krieg zwischen Russland und der Ukraine darf nicht missbraucht werden, um den 2. Weltkrieg umzuinterpretieren. Es bleibt dabei: Deutschland hat ganz Europa in den Krieg gestürzt. Deutschland trägt die Verantwortung für über 50 Millionen Tote.

Die Linke ist in der Defensive. Sie wird nicht erfolgreich sein, wenn sie dem Mainstream folgt und die Geschichte relativiert. Geschichte darf nicht als Verhandlungsmasse bei Koalitionsverhandlungen missbraucht werden.

Ich werde am 1. April mit einem Glas Wodka auf Bersarin anstoßen. Wir haben ihm viel zu verdanken!

Vorabruck aus: Mitteilungen der KPF, Heft 4/2024

Willkommen im Team, Laurenz!

Mein Name ist Laurenz Terl. Ich bin 23 Jahre alt, Psychologiestudent und seit Kurzem studentischer Mitarbeiter im Bundestagsbüro von Gesine Lötzsch. Seit meiner frühen Jugend engagiere ich mich ehrenamtlich im sozialen und politischen Bereich. Angefangen hat alles in der Schülervertretung, wo ich u.a. im Landesschülerausschuss, der oberst legitimierten Vertretung aller Schüler*innen Berlins, aktiv war. Zudem wurde ich Mitglied der Brot für die Welt Jugend, in der wir uns für eine Kampagne gegen Kinderarbeit stark machten. Im Alter von 17 Jahren nahm ich an einer von Gesine organisierten antifaschistischen Bildungsreise durch Deutschland, Slowenien und Östterreich teil. Wir besuchten verschiedene Gedenkorte wie bspw. die Gedenkstätte Mauthausen, das Schloß Hartheim und waren auf den Spuren der Partisanen im Gebirge. Durch diese prägende Zeit wurde ich Mitglied der Linken und erkannte mein Interesse für die Kommunalpolitik. Ich freue mich, nun selbst Teil des Teams von Gesine Lötzsch zu sein.

Guten Morgen, Herr Bach!

Laut und fröhlich begrüßte der Kinderchor bei strömendem Regen nicht nur Johann Sebastian Bach, sondern auch die zahlreich erschienenen Musikfreunde beim Bach open Air. Das Erste Bachfest Karlshorst erinnert an die Erstaufführung der Johannespassion vor 300 Jahren. Höhepunkt und Abschluss war ein wunderbares Konzert unter der Leitung von Cornelia Ewald in der Evangelischen Kirche "Zur frohen Botschaft" . Ich bin immer wieder beeindruckt, wie viele Menschen sich in ihrer Freizeit für Musik und Gesang begeistern. Es gibt erstaunlich viele Chöre, von denen wir einige auch wieder zu unserem Chorsommer am 29. 6.  im Kulturhaus Karlshorst begrüßen können. Besonderer Gast des Festivals war Prof. Michael Maul, Intendant des Leipziger Bachfestes. Im Interview lobt er Cornelia Ewald sehr zutreffend. "Frau Ewald ist ja auch eine dieser Persönlichkeiten, die gewissermaßen das Rückgrat für die weltweite Bach-Begeisterung bilden: Musiker, die es schaffen, Amateure, Semiprofessionelle und Profis gemeinsam Bach singen zu lassen." - Ich freue mich, dass unser Fraktionsverein das Fest mit einer Spende unterstützt hat.

Ein Stück Illusion – Stolpersteine

Gesine ist dem Theater im Palais seit vielen Jahren eng verbunden. Sie lässt kaum eine Prämiere aus. Am vergangenen Samstag war wieder eine Prämiere. Ich durfte Gesine begleiten. Es ging um Menschen, die von den Nazis umgebracht wurden, weil sie Juden waren. In Berlin gibt es mehr Stolpersteine als Straßen, war vor Beginn des Stückes auf einer Leinwand zu lesen.
Die Theaterleute wollten wissen, wer diese Menschen waren, deren Namen auf den Stolpersteinen stehen. Sie haben sich exemplarisch die jüdische Zauberer-Familie Kroner ausgesucht.
Die Familie besaß einen Zauberladen in der Friedrichstraße 55. Als die Kroners 1938 enteignet wurden und ihr Geschäft in „arische Hände“ übergeben wurde, brach eine Welt zusammen. Nicht nur für die Familie selbst, sondern für alle Juden, die in Deutschland lebten. Ich kann das Stück nur empfehlen. Besonders die schauspielerische Leistung von Jens-Uwe Bogatke hat mich beeindruckt. Er wird auch am 10. Mai beim „Lesen gegen das Vergessen“ auf dem Bebelplatz dabei sein.

Ein Stück Illusion – Stolpersteine. Theater im Palais, Am Festungsgraben 1, 10117 Berlin. Aufführungen sowohl unter der Woche als auch am Wochenende. Tickets: 30 Euro, ermäßigt: 15 Euro. Weitere Informationen: https://www.theater-im-palais.de/event/ein-stueck-illusion/ (Klaus Singer)

„Nazis raus – aus den Köpfen“

Rede beim Bundesauschuss am 23. 3. 2024

Im Bundesausschuss treffen sich Vertreterinnen und Vertreter der Landesverbände der Partei Die Linke und Menschen aus den Zusammenschlüssen. Eine Aufgabe besteht darin, den Parteivorstand zwischen den Parteitagen zu beraten. Ein Tagesordnungspunkt war die Frage nach Strategien gegen Rechts.

Liebe Genossinnen und Genossen,
ich freue mich, dass Ihr in Lichtenberg tagt. Hier ist mein Wahlkreis. Ich habe ihn seit 2002 sechsmal direkt gewonnen. Viele Jahre haben wir hier auch den Bürgermeister bzw. die Bürgermeisterin gestellt. Jetzt ist eine Genossin von uns stellvertretende Bürgermeisterin.
Anfang der 1990er Jahre hatte die PDS ein sehr eindrucksvolles Plakat: „Nazis raus aus den Köpfen“. Dieser Satz beschreibt sehr genau die Herausforderung, vor der wir stehen. Wir müssen die Menschen für die Demokratie zurückgewinnen.
Die Rechtsentwicklung ist ein weltweiter Trend, leider. Dieser Trend hat Gründe. Im Auftrag der schwedischen Reichsbank (vergleichbar mit der Bundesbank) wurden 200 Wahlen auf verschiedenen Ebenen in Europa ausgewertet. Das Ergebnis: Ein Prozent Kürzung in den Haushalten bedeutet 1, 5 Prozent mehr Zustimmung für extreme Parteien. Werden die Kürzungen zurückgenommen, ändert sich das Wahlverhalten aber nicht so schnell wieder.
Was machen wir im Bundestag?
Wir kämpfen gegen Kürzungen in sozialen Bereichen im weitesten Sinne. Wir wollen, dass weniger Geld für Rüstung und Krieg ausgegeben wird. Aufrüstung und Krieg tragen dramatisch zur Zerstörung unserer Umwelt bei. Über diese ökologische Katastrophe wird viel zu wenig gesprochen.
Als Gruppe haben wir wenige und vor allem spätere Redezeiten. Trotzdem nutzen wir alle Möglichkeiten. So haben wir am Donnerstagabend einen Antrag zu Reform und späteren Abschaffung der Schuldenbremse eingebracht. Die Schuldenbremse ist eine Zukunftsbremse. Da kann so nicht weiter gehen.
Unsere Abgeordneten - zum Beispiel Petra Pau und Martina Renner - stellen regelmäßig Anfragen, um rechtsextreme Straftaten öffentlich zu machen. Außer uns macht das niemand.
Wir müssen sehr aufmerksam sein und darüber aufklären, wenn andere Parteien Positionen der AfD übernehmen. Ein aktuelles Beispiel ist die sogenannte Bezahlkarte für Geflüchtete. Unsere Abgeordnete Clara Bünger wies darauf hin, dass damit zum Beispiel keine Anwaltskosten beglichen werden können.
Mir ist besonders wichtig zu zeigen, dass die Einführung der Bezahlkarte auch auf andere Personengruppen übertragen werden könnte. Ein Abgeordneter brachte auch schon eine Karte für Bürgergeldempfänger ins Spiel. Das heißt: Es könnten nur noch bestimmte Produkte in bestimmten Läden gekauft werden.
Und das Fatale ist: Die Armen werden untereinander ausgespielt. Das dürfen wir nicht zulassen.
Liebe Genossinnen und Genossen,
vor uns liegen viele und anspruchsvolle Aufgaben. 
Ja, auch ich kenne die Umfragen.
Aber ich möchte mit dem Satz eines erfahrenen Genossen enden: 
Wir haben kein Recht auf Pessimismus!

Fischerei, schwere Waffenträger, Coronatests, Bahn

Alles, was im Plenum stattfindet, ist öffentlich, im Fernsehen nachvollziehbar. Viel Zeit verbringen wir Abgeordneten aber in parlamentarischen Gremien, insbesondere in den Ausschüssen.  Diese beraten zwar nur in seltenen Fällen und zu ausgewählten Tagesordnungspunkten geheim, aber selten öffentlich. Jeden Mittwoch tagt ab 14 Uhr der Haushaltsausschuss. Mein Kollege Victor Perli und ich vertreten dort die Linke. Jeder von uns ist für bestimmte Themen zuständig. Das legen wir am Anfang der Wahlperiode fest. In der Sitzung gestern musste ich mich mit folgenden Themen auseinandersetzen: Unterstützung der Fischerei, Abrechnung der Coronatests und Geldwünschen der Bundeswehr. Wichtige inhaltliche Unterstützung erhalten wir Abgeordnete von den Vertretern des Bundesrechnungshofes. Meine ständige und leider immer berechtigte Kritik: Bei der Bundeswehr scheint Geld keine Rolle zu spielen. So werden sogenannte schwere Waffenträger für die Infanterie aus Australien per Transportflugzeug nach Deutschland geliefert. Das erfordert das 15fache der Kosten eines Transportes auf dem Seeweg. - Freitag, vor Beginn der Plenarsitzung, geht es im Rechnungsprüfungsausschuss unter anderem um die Bahn. Es bleibt spannend.

Kultur und Verteidigung

Die Gruppe der Linke im Bundestag besteht jetzt aus 28 Abgeordneten. Die Aufgaben sind nicht weniger geworden. Ich arbeite weiterhin im Haushaltsausschuss und im Rechnungsprüfungsausschuss. Zusätzlich bin ich jetzt stellvertretendes Mitglied im Verteidigungsausschuss. Die Thematik ist mir nicht neu. Seit etlichen Jahren bin ich im Haushaltsausschuss für den Etat des Bundesministeriums der Verteidigung zuständig - als einzige Frau übrigens. Außerdem bin ich jetzt Ordentliches Mitglied im Unterausschuss Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik. Seit 2005 bin ich in der Mitgliederversammlung des Goethe-Institutes. Auch mit dem Institut für Auslandsbeziehungen habe ich schon zusammengearbeitet. Die Thematik ist mir also nicht neu. Ich bin der festen Überzeugung, dass eine intensive internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet von Bildung und Kultur aktive Friedenspolitik sein kann und muss. Hierfür wäre mehr Geld besser und nachhaltiger angelegt als für immer mehr Aufrüstung. - Außerdem bleibe ich die Vertreterin unserer Fraktion im Vermittlungsausschuss. Der Vermittlungsausschuss besteht aus 16 Abgeordneten und 16 Vertretern der Bundesländer. In der Regel sind das die Ministerpräsidenten selbst, manchmal vertreten durch andere Landesminister. Der Ausschuss tritt zusammen, wenn die Länder mit einem Beschluss des Bundestages nicht einverstanden sind. Mal sehen, ob der Vermittlungsausschuss demnächst über Cannabis reden muss...Ich hoffe nicht. Die Linke hat dem Gesetz im Bundestag zugestimmt.

 

Gebrauchsanweisung für Nachbarn

Das Pfefferberg Theater war bis auf den letzten Platz besetzt. Wladimir Kaminer und Martin Hyun stellten ihr gemeinsames Buch "Gebrauchsanweisung für Nachbarn" vor.  Beide Autoren sind inzwischen enge Freunde und sie verbindet ein ähnlicher Humor. Kaminer ist 1967 in Moskau geboren und lebt seit 1990 als Schriftsteller in Berlin. Viele kennen auch seine legendäre "Russendisko". Martin Hyun ist 1979 als Sohn koreanischer Gastarbeiter in Krefeld geboren. Die Geschichte der Koreaner in Deutschland ist leider viel zu wenig bekannt. Seine Mutter war Krankenschwester und sein Vater Bergarbeiter. Sehr heiter - aber mit sehr ernstem Hintergrund - berichtete Martin Hyun darüber, wie seine Eltern zusammenfanden. Die Krankenschwestern hatten eine unbegrenzte Aufenthaltsgenehmigung, die Bergleute nur für drei Jahre. Also wurde Ausflüge in sogenannten "Love busses" organisiert. Das Ziel der Ausflüge war eigentlich egal, denn das eigentliche Ziel war die Eheanbahnung. Bei Martins Hyuns Eltern klappte es gut. - Martin Hyun selbst studierte Politik, International Business und International Relations. Er spielte als Profi in der Eishockey-Bundesliga. Ich habe ihn als Gründer des Vereins "Hockey is Diversity e. V." kennengelernt. Stolz bin ich ein besonderes Geschenk:  Ein Hockey-Trikot, das meinen Namen trägt. Dieser Verein unterstützt Jugendliche. Mehrfach haben wir zur Siegerehrung gemeinsam auf dem Eis im Wellblechpalast Hohenschönhausen gestanden.  Das war immer sehr schön. Aber ehrlich gesagt war ich auch immer erleichtert, wenn ich unfallfrei das Eis verlassen hatte. Wer möchte schon vor lauter sportlichen Menschen ausrutschen...

Das Buch ist amüsant und gibt Einblicke darüber, wie Menschen aus verschiedenen Kulturen zusammenfinden. Es zeigt das es möglich ist. Ein Buch, das Hoffnung macht.

„Privattheater und Gastspielhäuser“

Gestern gab es eine großartige Uraufführung in Chamäleon. Das Theater am Hackeschen Markt hat im vergangenen Jahr den Theaterpreis des Bundes 2023 in der Kategorie „Privattheater und Gastspielhäuser“ bekommen. Den Preis hat sich das Theaterkollektiv von Intendantin Anke Politz wirklich verdient.

Die Regisseurin Vicki Dela Amedume hat ihr Stück "Showdown" präsentiert. Die Idee ist schnell erzählt: Das "Gesicht des Zirkus" soll in einem Wettbewerb ausgewählt werden. Amedume nimmt die vielen Castingshows wunderbar auf die Schippe. Das Publikum hat sich köstlich amüsiert und das Stück mit viel Beifall bedacht. 7 junge Artistinnen und Artisten wirbelten durch die Luft. Sie haben alles gegeben. Bravo!

 

Alois Riehl. Der erste Bauherr von Mies

In Lichtenberg, Ortsteil Hohenschönhausen, gibt es ein wunderbares Kleinod: das Mies van der Rohe Haus. Es befindet sich in der Oberseestraße 60, direkt mit Blick auf den See. Bei schönstem Wetter wurde am Sonntag die Ausstellung "Alois Riehl. Der erste Bauherr von Mies" eröffnet. Der damals 60-jährige bedeutende Philosoph beauftragte den erst 22-jährigen Mies, ein Haus zu entwerfen. Offenbar hatte er das große Talent des jungen Mannes erkannt. Die Fotografien in  der Ausstellung stammen aus dem Jahr 1913 und sind im Autochromverfahren entstanden. Prof. Firtz Neumeyer hielt einen inspierenden Vortrag über das Verhältnis des Philosophen zum jungen Architekten. Bis zum 30. 6. ist die Ausstellung zu sehen.

Unbedingt sei voller Dankbarkeit an die Politikerinnen und Politiker aus Hohenschönhausen erinnert, die Anfang der 1990er Jahre die Privatisierung des Hauses verhindert haben.

"Die Ausstellung ist dem Andenken an dem bedeutenden Philosophen Alois Riehl, dem ersten Bauherrn von Mies van der Rohe gewidmet, dessen 180. Geburtstag auf den 27. April 2024 fällt und dessen Todestag sich am 21. November 2024 zum hundertsten Mal jährt. Das Haus Riehl wurde in Potsdam-Neubabelsberg zwischen 1908 und 1909 von Mies als Erstlingswerk erbaut und bald zu einem wichtigen Ort des geistig-kulturellen Austausches. Die Ausstellung spannt den Bogen zwischen der Philosophie Riehls und dem architektonischen Denken von Mies. Gezeigt werden Reproduktionen der neu entdeckten, etwa um 1913 entstandenen Fotografien, die Haus und Garten Riehl in einer für das Autochromverfahren charakteristischen Farbigkeit zeigen."  (Einladungstext)

Gefördert

Heute hat der Haushaltsauschuss des Bundestages 6 Mio. Euro für die Sanierung des Kulturareals des Ernst Thälmann Parks sowie 5 Mio. Euro für den Ersatzneubau des Mädchenzentrums und Jugendberatungshauses in Wedding beschlossen.

Foto: Max Schwalbe 

 

"Wir möchten unsere Fähigkeiten anwenden dürfen"

Das war eine wichtige Botschaft von Notfallsanitäterin Andrea Petasch bei der Veranstaltung der Malteser zum Thema "Reform des Rettungsdienstes - wir brauchen eine bedarfsgerechte und krisenfeste Notfallversorgung. Andrea Petasch leitet den Rettungsdienst in Meißen. Sie berichtete aus der Praxis, dass die Vorschriften von Kreis zu Kreis verschieden sind - in Meißen anders als in Dresden. Vieles, was Rettungssanitäterinnen und -sanitäter können, dürfen sie nicht anwenden. Sie müssen warten, bis ein Arzt oder eine Ärztin kommt. Dabei kann wertvolle Zeit verstreichen. Und außerdem entstehen weitere Kosten.

Prof. Dr. Rajan Somasundaram, Leiter der Zentralen Notaufnahme der Berliner Charite, und Dr. Thomas Plappert, Leitender Notarzt aus Hessen, sprachen sich gegen das Patientenbashing aus, also gegen die Behauptung, viele Menschen kämen überflüssigerweise zu Rettungsdienst und Notarzt. Das sei eine Diskussion, die von anderen Problemen im Gesundheitswesen ablenke.

Alle sprachen sich für ausreichend Zeit für Fortbildung aus. Wichtig wären auch bundeseinheitliche Standards für Weiterbildung.

Ich nutzte die Gelegenheit, um für das Modell der Gemeindeschwester zu werben. Die Malteser werben dafür, dass sich die Hilfeleistung am konkreten Hilfeersuchen ausrichten muss. Nicht jeder Hilferuf ist ein akut medizinischer, aber trotzdem ein Hilferuf. Die Malteser haben übrigens den Gemeinde-Notfallsanitäter "erfunden". Etwas, was der Gemeindeschwester sehr ähnlich ist. Leider ist der Beruf der Gemeindeschwester mit dem Einigungsvertrag abgeschafft worden. Ich bleibe dran.

Kämpfen lohnt sich!

Anlässlich des Internationalen Frauentages lud Gesine im Zuge von zwei politischen Tagesfahrten rund 100 Personen in den Bundestag ein. Wir begrüßten am Montag, den 11. März 2024, etwa 50 Bürgerinnen aus Lichtenberg.  Neben einem spannenden Besuch beim Deutschlandradio in Schöneberg waren bei dem Gespräch im Bundestag u.a. Themen wie steigenden Mieten und der mangelnde Wohnraum in Berlin im Mittelpunkt. Zur heutigen Tagesfahrt durften wir 50 Pflegeschülerinnen und Pflegeschülern des KEH aus Lichtenberg begrüßen. Bei einem guten Gespräch im Deutschen Bundestag gab es einen regen Austausch über Gesundheitspolitik und viele kritische Stimmen über die derzeitigen Regelungen in der Pflegeausbildung. Nach dem anschließenden Sektempfang zeigten wir den Spielfilm „Die Göttliche Ordnung“ und diskutierten im Anschluss gemeinsam über die Einführung des Frauenwahlrechts in der Schweiz. Fazit der Gruppe: „Kämpfen lohnt sich!“ 

Im Sinne dieses Mottos wurden zwar in den vergangenen Jahrhunderten große Fortschritte für Frauen und queere Menschen erreicht. Doch in Zeiten großer sozialer Ungerechtigkeit und erstarkender rechter Kräfte ist der Kampf noch lang. Insofern müssen wir uns auch in Zukunft weiter für eine Gleichstellung aller Geschlechter einsetzen.  Ein wichtiger Teil dieses Kampes sind faire Rahmenbedingungen und gute Bezahlung für ein selbstbestimmtes Leben der Frauen. Insofern ist es wichtig, sich weiter für Geschlechtergerechtigkeit einzusetzen, die nur erreicht werden kann durch eine Befreiung von allen kapitalistisch-patriarchalen Fesseln. (Anton Fastenau)

Gedenken an der Blutmauer

Heute gedachten wir 105 Jahre nach den brutalen Ereignissen in der Folge der Novemberrevolution an die Märzkämpfe im Jahr 1919. Zahlreiche Hinrichtungen und willkürliche Morde forderten in diesem Zusammenhang in ganz Berlin viele Menschenleben. In Lichtenberg erreichten die Auseinandersetzungen mit der von der SPD-Regierung beauftragten Militäreinheiten ihren gewaltsamen Höhepunkt. Mit dem Rückzug der Spartakisten und der sie in großen Teilen unterstützenden Lichtenberger Bevölkerung endete am 13. März 1919 an der Möllendorffstraße der Widerstand gegen die militärische Übermacht. Die „Blutmauer“ und die Gedenktafeln im Rathauspark erinnern uns an die 12 Matrosen und Zivilisten,  die von einem Standgericht zu Tode verurteilt, und umgehend an der nahegelegenen Friedhofsmauer erschossen worden sind. Das blutige Ende der Märzkämpfe darf nicht vergessen werden. Deswegen gedenken wir heute gemeinsam der zahlreichen Opfer, die den Kampf für Reformen und bessere Arbeitsbedingungen mit ihrem Leben bezahlten. Das Bezirksamt Lichtenberg organisierte eine würdige Gedenkveranstaltung, an der Gesine aufgrund einer Haushaltsausschusssitzung in diesem Jahr leider nicht teilnehmen konnte. Stadträtin und Bezirksvorsitzende der Linken Lichtenberg Camilla Schuler begrüßte nach einer gelungenen Rede den Historiker Dietmar Lange, welcher die Ereignisse nachzeichnete und einordnete. Musikalisch wurde die Veranstaltung vom virtousen Saxophonisten Frank Bach begleitet. (Max Galle)

7.3.2024

Heute verteilten wir wieder an den Bahnhöfen in Lichtenberg unsere neuste Ausgabe der infolinks. Anlässlich des morgigen Frauentags schenkten wir allen Frauen eine Rose und konnten so bereits am frühen Morgen vielen Frauen eine Freude machen.

Im Zuge des Frauentags wird an vielen Stellen auf eine immer noch vorhaltende ungleiche Behandlung von Männern und Frauen, z.B. in der Bezahlung der Erwerbsarbeit oder der Aufteilung der Sorgearbeit, hingewiesen. Als Linke setzen wir uns für eine gerechte Gesellschaft ein. Das beinhaltet auch eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen, bessere Arbeitsbedingungen und eine gleiche Bezahlung. Wir kämpfen also auch an jedem anderen Tag für Frauenrechte. Wir wünschen allen Frauen alles Gute und grüßen solidarisch! (LENA)

81. Jahrestag der Fabrikaktion - Gedenken an Vera Friedländer

In der großen Hamburger Straße erinnert eine eindrucksvolle Skulptur an eine Aktion, die am 27. Februar 1943 begann. Geschaffen wurde die Figurengruppe von der Bildhauerin Ingeborg Hunzinger. Ich durfte Ingborg Hunzinger noch persönlich kennenlernen. Sie war streitbar und entschlossen. -  Tausende in Zwangsarbeit gepresste Jüdinnen und Juden wurden direkt am Arbeitsplatz oder auf der Straße verhaftet oder aus Wohnungen geholt. Sie sollten in Vernichtungslager gebracht werden. Vor diesem fürchterlichen Schicksal waren sie bis dahin geschützt, weil sie mit nichtjüdischen Ehepartnern verheiratet waren. Diese Ehepartner hatten sich geweigert, sich scheiden zu lassen. Und diese Angehörigen begehrten auf. Sie versammelten sich schweigend vor der Sammelstelle und warteten auf ihre Angehörigen. Margarete von Trotta hat übrigens den Film "Rosenstraße" über dieses Ereignis gedreht. Zu den wartenden Angehörigen gehörte Vera Friedländer, damals 15 Jahre.  Sie wartete gemeinsam mit ihrem Vater auf die Mutter, die wie durch ein Wunder frei kam. Vera Friedländer musste selbst Zwangsarbeit für die Schuhfirma Salamander leisten. - Vera Friedländer war meine Genossin. An der Humboldt-Universität war sie als Professorin der Germanistik meine Lehrerin. Später wurde ich ihre Kollegin. Von ihrem Schicksal habe ich erst nach der Maueröffnung erfahren. 1990 war sie Mitbegründerin des Jüdischen Kulturvereins Berlin. Sie gründete eine eigene Sprachschule, schrieb Bücher und wirkte in Theaterstücken mit.

Ich gehe in jedem Jahr zur Erinnerung an die Fabrikaktion mit Blumen zur Gedenkstätte. Für mich ist die Erinnerung nicht abstrakt. Ich denke voller Hochachtung an Vera Friedländer.

Foto: Manfred Brückels, wikipedia

„In Liebe, eure Hilde“ – Berlinale-Premiere

Es war bereits die 74. Berlinale, die im Februar am Potsdamer Platz eröffnet wurde. Erfunden wurde das Festival einst, um etwas internationalen Glanz in den grauen Berliner Winter zu bringen. In diesem Jahr werden – erfreulicherweise – wieder politische Filme gezeigt. Bereits der Eröffnungsfilm setzt sich mit den grausamen Verhältnissen in den katholischen Magdalenen-Wäschereien in Irland auseinander. Hier sollten bis 1996 (!) sogenannte „gefallene Mädchen“ umerzogen werden. Auch der Eröffnungsfilm im Sommerfestival 2021 hatte eine klare politische Botschaft. „Der Mauretanier“ rief das Unrecht im Gefangenenlager Guantanamo in Erinnerung. Andreas Dresen zeigt „In Liebe, eure Hilde“. Viele erinnern sich sicher noch an „Gundermann“ oder „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“. Hilde im neuen Film ist Hilde Coppi, eine antifaschistische Widerstandskämpferin, Mitglied der „Roten Kapelle“. Der Anspruch von Andreas Dresen ist es, die Widerstandskämpferin nicht als unerreichbare Heroin, sondern als Menschen mit Sorgen, Nöten und Zweifeln zu zeigen. Ich kenne die Namen Hans und Hilde Coppi spätestens seit der 3. Klasse, als ich die Hans-CoppiSchule in Karlshorst besuchte. Anfang der 1990er Jahre wurde eine teils sehr unwürdige Diskussion über die Tilgung des Namens angestoßen. Das wurde abgewehrt. Besser noch: Die Schule trägt jetzt den Namen von Hans UND Hilde Coppi. In Lichtenberg, im Wohngebiet Frankfurter Allee Süd, sind etliche Straßen nach Mitgliedern der Roten Kapelle benannt. Es gibt auch ein Denkmal, das an Flugblattaktionen erinnert. Gern erinnere ich mich an eindrucksvolle Begegnungen mit Hans Coppi, dem Sohn von Hilde. Hilde wurde wenige Monate nach seiner Geburt 1942 am 5. August 1943 in Plötzensee mit dem Fallbeil hingerichtet. Ich wünsche diesem wichtigen Film viele Zuschauerinnen und Zuschauer. Möge Hilde Coppi unvergessen bleiben. GESINE

Start in den Kinos ist am 17.10.2024

Zahl des Monats

aus: info links März Ausgabe

Russland verfügt über 5 889, die USA über 5 244, Großbritannien und Frankreich haben zusammen 515 nukleare Sprengköpfe. Frau Barley, die Spitzenkandidaten der SPD zur Europawahl, möchte über EU-Atomwaffen reden. Wenn die USA nicht mehr ihre schützende Hand über Europa halten sollte, dann müssten wir über EU-Atomwaffen nachdenken. Um mit Russland gleichzuziehen, bräuchte die EU – französische und britische A-Waffen eingerechnet – nur noch 5374 nukleare Sprengköpfe. Da werden die 300 Mrd. Euro Sondervermögen für die Bundeswehr, die jetzt SPD- und CDU-Politiker fordern, nicht reichen. Will die SPD einen EU-Atomwaffen-Wahlkampf führen? Oder hat sich Frau Barley einfach nur verplappert? Im SPD-Wahlprogramm für die Europawahl steht: „Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten haben schon lange die Vision einer europäischen Armee.“ Helmut Schmidt, ehemaliger Bundeskanzler, war der Meinung, dass, wer Visionen hat, lieber zum Arzt gehen sollte. Hatte er recht? Ich finde Visionen nicht schlecht. Allerdings hatte die SPD mal ganz andere Visionen. Sie wollte sogar einmal Sozialismus. Der Atomwaffenverbotsvertrag verbietet Entwicklung, Produktion, Test, Erwerb, Lagerung, Transport, Stationierung und Einsatz von Kernwaffen. Am 22. Januar 2021 trat der Vertrag in Kraft. Bis zum 26. September 2022 hatten 91 Staaten unterzeichnet, 68 Staaten den Vertrag ratifiziert. Die Bundesrepublik hat den Vertrag nicht unterzeichnet. Wer mehr Sicherheit will, sollte keine neuen Atomwaffen bauen, sondern den Vertrag unterschreiben. KLAUS SINGER

"Small Things Like These"

Der Eröffnungsfilm "Small Things Like These" ist ein unglaublich ruhiger, aber ausdrucksstarker Film. Cillian Murphy - er hat auch die Hauptrolle in „Oppenheimer“ gespielt - ist in dem Film von Tim Mielants ein wortkarger irischer Kohlehändler. Er wird mit der unmenschlichen Brutalität einer kirchlichen Einrichtung konfrontiert. Jahrzehntelang wurde junge Frauen in Magdalenen-Heimen auf brutale Weise umerzogen. Laut Schätzungen lebten zwischen 1922 und 1996 mehr als 10.000 Frauen in den Einrichtungen, die als Heime für „gefallene Mädchen" von vier irischen Frauenorden betrieben wurden. Die Geschichte wurde schon in anderen Filmen erzählt. Bemerkenswert an der Verfilmung ist, dass ein Kohlehändler seine moralischen Vorstellungen verletzt sieht und moralisch handelt. Er rettet eine junge, schwangere Frau aus den Fängen herzloser, unmenschlicher Ordensschwestern. Der Film ist ein harter Kontrast zur heutigen Realität. Wir werden förmlich überschwemmt von moralischen Reden, die in Dauerschleife gehalten werden, ohne dass moralisch gehandelt wird. Bemerkenswert ist, dass der Held des Films kein aufgeklärter, hochgebildeter Vertreter des Bildungsbürgertums ist, der die Gesellschaft geistig durchdrungen hat und dann moralisch handelt. Der Held ist ein einfacher Mann aus der Unterschicht, der seine moralischen Vorstellungen lebt. Er zeigt, dass jeder Mensch die Möglichkeit hat, moralisch zu handeln.

Abschied von Jordi Banque de Doz

Am Mittwoch, den 14. 2., nahmen Familie, Freunde, Weggefährten, Genossen auf dem Friedhof Friedrichsfelde Abschied von einem ganz besonderen Menschen: Jordi. Er ist bereits im vergangenen Jahr verstorben, aber der Wunsch der Familie war es, ihn in Friedrichsfelde zu beerdigen. Hier ruht er in der Nähe seiner Eltern, in der Nähe des Ehrenhains für die antifaschistischen Widerstandskämpfer. Das Leben von Jordi ist beeindruckend. Als Kind spanisch-katalanischer Eltern, die vor dem Faschisten Franco nach Frankreich geflohen waren, wurde er 1944 geboren. Dort war der Familie aber nur eine kurze ruhige Zeit vergönnt. Die französische Polizei - quasi als Hilfstruppe des spanischen Franco-Regimes - holte 1950 in einer nächtlichen Polizeiaktion den Vater ab. Nur die Kinder durften sich von ihren Vätern verabschieden. Dem Vater gelang es. seinem kleinen Sohn noch einen Brief zuzustecken. Diesen Brief legte Jordis Schwester in sein Grab. Der Vater wurde später in Handschellen an die spanische Grenze gebracht und in die DDR abgeschoben. 1951 durfte die Mutter mit den Kindern in die DDR ausreisen. In Dresden erlebte Jordi eine glückliche Kindheit. Berührend: Seine damalige Pionierleiterin, inzwischen weit über 90 Jahre alt, war zur Beisetzung gekommen. Sie erzählte, dass Jordi ein lebhaftes, fröhliches Kind gewesen war. So habe ich ihn dann auch als erwachsenen Mann kennengelernt. Wahrscheinlich hat ihn der Schock seiner Kindheit gelehrt, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Mehrfach hat uns Jordi auf unseren antifaschistischen Jugendreisen mit dem Verein "Zivilcourage vereint" begleitet. Wir waren in Katalonien - im spanischen und im französischen Teil - auf den Spuren der Spanienkämpfer unterwegs, die sich von 1936 bis 1939 dem Faschisten Franco entgegenstellten. Damals gab es eine große internationale Bewegung zur Verteidigung der Spanischen Republik. Einige der Spanienkämpfer wie Kurt Julius Goldstein und Fritz Teppich habe ich noch persönlich kennengelernt. Inzwischen sind alle tot. In Spanien und Frankreich waren wir auf den Spuren der Partisanen unterwegs. Eine Geschichte hat mich besonders beeindruckt: Wenn die Partisanen Pause hatten, stritten sie, wenn sie kämpften, waren sie einig!

Die Jugendlichen waren immer beeindruckt und begeistert von Jordi. Er hatte ein großes Wissen, er sprach mindestens fünf Sprachen, konnte singen und kochen und war überaus sportlich. Nie hat er jemanden agitiert oder belehrt, sondern immer versucht, die Menschen zu gewinnen.

Eigentlich wollten wir noch gemeinsam eine Reise ins Baskenland unternehmen. Corona hat das verhindert. Jetzt ist es zu spät. Danke, Jordi! Du hast mein Leben bereichert. Aber in Friedrichsfelde kann ich Dich regelmäßig besuchen.

 

 

 

Wieder eine rote Tafel

Gestern waren wir mit unserer roten Tafel wieder am S-Bhf Lichtenberg. Auch wenn der Wind manchmal die Tee-Becher umkippte oder den Grill auspustete, hatten wir einen tollen Nachmittag mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort. Wir führten interessante Gespräche und konnten vielen eine Freude mit einer Feierabend-Bratwurst oder einem wärmenden Heißgetränk machen. Gleichzeitig konnten wir daran erinnern, dass einige Bürgerinnen und Bürger am übernächsten Sonntag nochmal wählen können. Die Richtung ist klar: Nach der Ampel links!

Neben Gesine war auch die Bundestagsabgeordnete Clara Bünger zur Unterstützung dabei. Außerdem unterstützte uns auch wieder Ines Schwerdtner, unsere Kandidatin für die Europawahl, tatkräftig.

Von meinem iPhone gesendet

So war mein Praktikum

Ich bin Emil und habe vor knapp drei Wochen einen Bericht geschrieben, dass ich bei Dr. Gesine Lötzsch ein Praktikum beginne. In diesem Bericht möchte ich kurz meine 3 Wochen Praktikum zusammenfassen und bewerten. Ich konnte einen Einblick in die Arbeit des Bundestages und der Abgeordneten gewinnen.  Für mich war die Zeit im Bundestag und Wahlkreisbüro eine gute Zeit. Ich war früh immer motiviert, zu meinem Praktikum zu gehen, denn alle Aufgaben haben mir Spaß gemacht. Meine Aufgaben bestanden u.a. aus der Recherche zu Wirtschaftsthemen, der Organisation von Veranstaltungen und Flyer stecken. Meine Kollegen habe ich dabei immer unterstützt. Die Aufgaben waren herausfordernd, aber auch nicht zu schwer. Natürlich lief nicht alles direkt beim ersten Mal, aber mir wurde immer geholfen sobald ich etwas nicht wusste. Alle Leute, die ich kennengelernt habe, finde ich sehr nett. Dadurch fiel es mir um einiges leichter, mich zurechtzufinden. Ich habe echt viel dazugelernt und neue coole Sachen erlebt und wenn ich ehrlich bin, würde ich auch gerne noch etwas länger bleiben. Ich bedanke mich bei allen Kollegen für die Zeit.  Ich bin echt glücklich, dass ich hier mein Praktikum gemacht habe und nicht woanders.

Mein Praktikum

Ich habe hier mein 4-wöchiges Praktikum am 08.01 angefangen und war mir anfangs noch unsicher, ob das was für mich ist. Doch jetzt im Nachhinein war ich sehr zufrieden mit meinem Praktikumsplatz. Ich konnte hier viel lernen und auch viel neues erleben. Es gab viele tolle Höhepunkte wie z.B.  ein Besuch im Plenum oder im Haushaltsausschuss. Es war fast nie langweilig und es gab immer was zu tun. Meine Aufgaben bestanden größtenteils aus Recherche. Es hat sich auf jeden Fall mehr als gelohnt mein Praktikum hier zu machen.

Die Linke ruft ihre Mitglieder an.

Die Linke ruft ihre Mitglieder an. 100 000 Anrufe sind geplant. Ich halte das für eine sehr gute Idee. Darum habe ich mich auch am Donnerstag an der Aktion beteiligt. Von den Berliner Genossinnen und Genossen, die mir das Computerprogramm vorschlug, kannte ich etliche. So waren manche Gespräche auch ein schönes "Wiedersehen". Was machst Du gerade, wie denkst Du über die politische Situation, was können wir besser machen? - Jede Organisation, natürlich und gerade auch eine Partei wie unsere lebt vom menschlichen Zusammenhalt. Diesen Zusammenhalt müssen wir festigen, um unsere Ziele zu erreichen. Ich strebe nach einer Gesellschaft, in der Freie und Gleiche in Würde und Solidarität zusammenleben. Und ich sage: Jeder Mensch hat das Recht auf ein gutes Leben.

Besuch der Baustelle für das Straßenkinderhaus „BUTZE“

Direkt am Bahnhof Lichtenberg, entsteht das Straßenkinderhaus „BUTZE“. Bis zum nächsten Frühjahr 2025 soll es fertig gebaut sein. Gesine, ihre Mitarbeiterin Lena und ich (Praktikant) waren heute (23.01.2024) mit Sozialarbeiter und Stiftungsmanager Eckhard Baumann verabredet. Wir waren vor Ort um uns zu informieren, ein paar Fragen zu stellen und alles mitzuerleben. Über 1000 Kinder leben momentan auf den Straßen Berlins. Der Verein Straßenkinder e.V. holt jährlich ca. 50-60 Kinder von der Straße. Wenn das Straßenkinderhaus BUTZE fertig gestellt ist, soll es nicht nur Notübernachtungen geben, sondern auch Werkstätten, Mikroapartments, Großküchen und Veranstaltungsräume. Die meisten Jugendlichen sind zwischen 14 und 24 Jahre alt. Der Grund, warum Kinder auf der Straße leben, ist nicht immer ausschließlich Armut. Oftmals sind es auch familiäre Gründe, manchmal werden auch Kinder so sehr gemobbt, dass sie von ihrem Wohnort weggehen müssen. Straßenkinder e.V. ergreift immer Partei für die Kinder und Jugendlichen. Das bedeutet, sie zwingen die Kinder nicht wieder zu ihren Eltern zu ziehen und unterstützen sie in ihrem Lebensalltag. Dadurch werden so gut wie es geht die Kinder vorübergehend von der Straße geholt und es wird ihnen geholfen. Die EU hat das Ziel, bis 2030 die Obdachlosigkeit zu besiegen. Ein sehr wichtiges Ziel in meinen Augen. Ich hoffe, dass dieses Ziel auch erreicht wird und meinen Respekt an jeden, der dazu einen Teil beiträgt. Ich bedanke mich für diesen Besuch. (Emil)

Winterwahlkampf in Lichtenberg

Heute richteten Genossinnen und Genossen eine rote Tafel am S-Bahnhof Lichtenberg aus. Bei Schnee und Minus-Temperaturen kam echte Winterwahlkampf-Stimmung auf. Wir konnten mit vielen Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen. Dabei wurde auch gerne eine Bratwurst zum Feierabend gegessen und sich bei einem Becher Tee ein wenig aufgewärmt.
Aufgrund der Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses konnte Gesine heute leider nicht persönlich dabei sein. Sie wurde jedoch von Kolleginnen aus dem Bundestag gut vertreten. Daher gilt unser besonderer Dank den MdBs Heidi Reichinnek, mit ihrem Mitarbeiter Felix, Susanne Ferschl und dem Mitarbeiter von Ina Latendorf, Felix, die uns heute tatkräftig unterstützten. (Lena)

Mein Praktikum

Ich heiße Emil Felix Lysander Köppler. Ich wurde im Februar 2009 geboren, momentan bin ich noch 14 Jahre alt. Ich bin seit 2 Tagen Praktikant bei Dr. Gesine Lötzsch, und bin dies insgesamt für drei Wochen. Dass mir hier eine Chance auf einen Praktikumsbesuch gegeben wurde, schätze ich sehr. Ich habe mich über die Jahre 2022/2023 mit Politik auseinandergesetzt, da ich älter wurde und langsam gemerkt habe, dass Politik eine große Rolle in unserem Leben spielt. Ich habe mich schlussendlich für das Praktikum bei „DIE LINKE“ entschieden, da ich viele Sachen im Wahlprogramm sehr gut finde. Ein weiterer Grund ist, dass ich mich noch nicht so viel mit DIE LINKE auseinandergesetzt habe und ich durch das Praktikum herausfinden kann, welche Parteien ich gut finde und welche nicht.  Neben Politik interessiere ich mich noch für Sport, dass mir Spaß macht seitdem ich ein kleines Kind bin. Respektvoll diskutieren macht mir auch meist spaß, was aber vom Thema abhängig ist. Ich bin ein sehr neugieriger Mensch, dazu auch etwas zielstrebig. Ich denke öfter  über gewisse Sachen z.B. Politik länger nach, und versuche diese dann zu verstehen. Dazu würde ich noch sagen, dass ich eine nette Einstellung habe.  Ich hoffe , dass ich durch diesen Praktikumsbesuch einen noch besseren Einblick in den Alltag und das politische Leben im Bundestag bekomme. Dies funktionierte schon am ersten Tag. Ich fand meinen ersten Tag sehr interessant und großartig. Die Leute sind nett und dazu wurde mir, wie ich mir erhofft habe, ein großer Einblick in den Bundestagalltag ermöglicht. Ich habe dazu noch eine große Auswahl an Aufgaben, die mir Spaß machen. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich freue mich schon im Voraus auf die kommenden Tage und hoffe, dass ich noch viel Erfahrungen sammeln werde.

 

Schönes Treffen im Bundestag

Seit über 20 Jahren unterstützen Krystyna und Volkmar Menschen in Sri Lanka. Mit Spenden haben sie Schulen errichtet und unterstützen Kinder und Lehrer. Meine Hochachtung! Darum unterstütze ich auch gern ihre Arbeit. Jetzt wünsche ich erstmal einen guten Flug.

Praktikant Richard Sobanski stellt sich vor 

Ich gehe aktuell auf die Best-Sabel Oberschule Köpenick, in die 9. Klasse und verbringe mein 4-wöchiges Schülerpraktikum im Bundestag. Ich erhoffe mir hier viele neue Dinge zu lernen. Durch meine Familie interessiere ich mich schon etwas länger für Politik.  Als ich die E-Mail mit dem freien Praktikumsplatz gelesen habe, habe ich mich gleich beworben. Ich freue mich schon auf die Zeit im Büro.