Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen
19:30 - 21:30 Uhr

Sexarbeit – eine ganz normale Arbeit?

Sexarbeit – eine ganz normale Arbeit?
Zum Verhältnis von Prostitution, Staat und Gesellschaft

In Deutschland sind zwischen 400.000 und 1.000.000 (überwiegend weibliche) Menschen in der Sexarbeit tätig. Und jeden Tag nehmen etwa 1,2 Millionen (überwiegend männliche) Freier ihre Leistungen in Anspruch. Trotzdem ist Sexarbeit keine Arbeit wie jede andere. Warum eigentlich nicht?
Sexarbeit ist noch immer von negativen Vorstellungen geprägt, häufig werden die Themen Sexarbeit und Menschenhandel unzulässiger Weise miteinandervermengt. Selbstverständlich müssen auch Themen wie Zwangsprostitution und Menschenhandel problematisiert werden. Das darf aber nicht zu einer Stigmatisierung der Arbeiter*innen führen.
Mit dem im Juli 2017 in Kraft getretenen Prostituiertenschutzgesetz wollte die damalige Bundesregierung die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen in der Sexarbeit verbessern. Damit einhergingen neue Verpflichtungen von Sexarbeiter*innen, u.a. ihre Tätigkeit bei der zuständigen Behörde anzumelden. Dies erzeugte jedoch eine große Angst, da unklar war, was mit den Daten geschieht und wer Einsicht in diese hat. Und genau hier zeigt sich das eigentliche Problem, bei dem kein Gesetz allein ansetzen kann: Die Stigmatisierung von Sexarbeit! Die gesellschaftliche Ächtung dieses Berufs führt dazu, dass Anonymität für viele Sexarbeiter*innen enorm wichtig ist – mit allen Gefahren. Doch mit dem neuen Gesetz ist Anonymität unmöglich, es sei denn, die Arbeiter*innen gehen ihrer Arbeit unangemeldet und damit illegal nach. Ein Teufelskreis.
Die Stigmatisierung von Sexarbeit muss enden, ansonsten kann es keinen echten Schutz der Arbeiter*innen geben. Die rechtliche und soziale Gleichstellung von Sexarbeiter*innen mit anderen Erwerbstätigen wäre ein erster Schritt. Aber es braucht auch eine Verschiebung der gesellschaftlichen Debatte.
Wir wollen darüber sprechen wie die Arbeits- und Lebensbedingungen von Sexarbeiter*innen verbessert werden können. Was hat sich nach dem Prostituiertenschutzgesetz für die Arbeiter*innen verändert? Wie ist das Verhältnis von bürgerlicher Gesellschaft und Prostitution?

Mit Gesine Lötzsch (MdB, DIE LINKE) Stephanie Klee („Sexarbeit ist Arbeit. Respekt!)

In meinen Kalender eintragen