27. März 2017

Kein Kapitalismus ist auch eine Lösung

Der Titel „ Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung“ hat einige Linke irritiert. Doch nach dem gestrigen Vortrag von Ulrike Herrmann ist klar: Kein Kapitalismus ist auch eine Lösung. Kapitalismus funktioniert nur mit wirtschaftlichen Wachstum. Doch unsere Ressourcen sind auf unserer Erde begrenzt. Wir brauchen eine andere Lösung. Ulrike Herrmann legte ein Geständnis ab: Sie liebt die drei Männer – Smith, Marx und Keynes. Leider haben die herrschenden Ökonomen in unserem Land die Theorien dieser Männer zur Seite gelegt, obwohl alle neoliberalen Theorien immer wieder versagen.

23. März 2017

Politisch Verfolgte genießen Asylrecht

Auf Fragen von Berliner Schülern zur AfD habe ich wie folgt geantwortet:

1. 

Sind Sie der Meinung, dass die asylpolitischen Ansichten der AfD grundgesetzkonform sind und zur Lösung des Asylproblems beitragen?

 

 

Das Asylrecht gründet direkt auf Artikel 1 unserer Verfassung: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Der Artikel 16a (1) lautet: „Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.“ Die Würde des Menschen endet für die AfD an den deutschen Grenzen. Die Forderung von AfD-Spitzenpolitikern nach Schusswaffengebrauch an den Grenzen gegen Flüchtlinge ist ein empörendes Beispiel.

 

Deutschland hat aus gutem Grund die Genfer Flüchtlingskonvention unterzeichnet, die Kriegsflüchtlingen Schutz bietet.

 

Deutschland ist eines der reichsten Staaten der Erde und hat damit die Kraft Geflüchteten zu helfen. Das „Asylproblem“ kann nur gelöst werden, wenn wir die eigentlichen Probleme lösen. Wir müssen die Fluchtursachen bekämpfen. Ein Hauptgrund ist Krieg. Deutschland ist einer der ganz großen Waffenexporteure in der Welt. Wir fordern das Verbot von Waffenexporten. Das wäre ein erster Beitrag gegen den Krieg. Wir setzen uns für eine gerechte Weltwirtschaftsordnung ein. Ein erster Schritt ist die Entschuldung von Staaten, die in einer Schuldenfalle sitzen und diese allein nicht mehr verlassen können.

 

Die Geflüchteten sollten wir nicht als Problem, sondern als Chance sehen. Unsere Gesellschaft wird immer älter. Das Statistische Bundesamt schätzt, dass wir jedes Jahr 400.000 Zuwanderer und Zuwanderinnen brauchen, um dem demografischen Wandel entgegenzusteuern. Von diesen Zahlen sind wir noch weit entfernt. Alle diese Fragen will die AfD nicht zur Kenntnis nehmen. Das ist Realitätsverweigerung.

 

2.     

Wie bewerten Sie das Auftreten von wichtigen Vertretern der AfD bei öffentlichen Auftritten?

Alexander Gauland (AfD-Stellvertreter) fordert im Zeitmagazin: „Wir müssen die Grenzen dicht machen und dann die grausamen Bilder aushalten“, man könne sich nicht von Kinderaugen erpressen lassen. Danach vergleicht er Schutzsuchende mit einem Wasserrohrbruch. Den würde man auch abdichten.

 

Doch es geht schlimmer: Nachdem Frauke Petry (AfD-Chefin) vorgeschlagen hat, deutsche Grenzen notfalls mit „Schusswaffengebrauch“ gegen Flüchtlinge zu schützen, legt AfD-Stellvertreterin Beatrix von Storch zunächst nach: auch auf Frauen mit Kindern dürfe geschossen werden. Dann ruderte sie zurück – nicht auf Kinder, aber auf Frauen und Männer.

 

Offensichtlich hat das AfD-Spitzenpersonal nichts aus der deutschen Geschichte gelernt. Der Thüringer AfD-Politiker Björn Höcke sagte: "Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat." Er meint damit das Holocaust-Denkmal. Er fordert eine 180-Grad-Wende in der Geschichtsaufarbeitung. Das kann ja nur heißen, dass er statt Antifaschismus lieber Faschismus verbreiten will. Nach dieser Rede sollte Höcke aus der Partei ausgeschlossen werden. Bis jetzt ist er immer noch AfD-Mitglied.

 

3.     

Haben Sie den Eindruck, dass die Ziele der AfD den Begriff „demokratische Volkspartei“ rechtfertigen?

Die AfD ist keine demokratische Volkspartei. Eine Partei ist nicht deshalb demokratisch, weil sie auf demokratischen Weg gewählt wurde. Entscheidend ist die Programmatik und wie diese Partei ihre Politik lebt. Die genannten Beispiele zeigen, dass diese Partei nicht nur ein Demokratieproblem hat, sondern auch Menschenrechte mit Füßen tritt. 

 

14. März 2017

Ehrung der Märzgefallenen

Ehrung der Märzgefallenen - Spartakusaufstand 1919. Dank an VVN/BdA für die alljährliche Ausrichtung. Dank an die Schülerinnen und Schüler der Schule am Rathaus für ihre Gedanken zur Frage, ob sie etwas mit diesen Ereignissen zu tun haben. Die Märzgefallenen kämpften für Demokratie- und Freiheitsrechte. Also Werte, die auch heute mehr denn je verteidigt werden müssen. Hier geht es nicht um Heldentum, resümierten die Schüler, aber um Erinnerung an Menschen, deren Namen und Wirken sonst in Vergessenheit gerieten. 

28. Februar 2017

Bericht geDRUCKtes vom 28.02. – Mit Vera Friedländer

Brauner Salamander?

Am 28.02. fand wieder „geDRUCKtes“ von und mit Gesine Lötzsch statt. Dieses Mal war Vera Friedländer zu Gast, welche ihr Buch mit dem Titel „Ich war Zwangsarbeiterin bei Salamander“ vorstellte.  

Salamander (-Schuhverkaufsgesellschaft mbH, heute Salamander GmbH) ist ein bekannter, großer Schuhhersteller in Deutschland. 1905 gegründet, behauptete sich das Unternehmen auch während der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre. Oft wird vergessen: während des Nationalsozialismus beschäftigte Salamander mehrere Tausend Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter für die Herstellung und Qualitätskontrolle der Schuhe. Über 21 Nationalitäten konnten ermittelt werden, die für Salamander tätig waren. Darunter auch die, von den Nazis als „Halbjüdin“ klassifizierte, deutsche Schriftstellerin Vera Friedländer.

In ihrem neuesten Buch „Ich war Zwangsarbeiterin bei Salamander“ beschreibt sie die Erlebnisse und Erfahrungen aus ihrer Zeit und Arbeit für das Unternehmen. Im Gespräch berichtet sie über die Arbeitsbedingungen, die „Schuhprüfstrecke“ im KZ Sachsenhausen (von der Salamander nicht nur Kenntnis hatte, sondern diese auch unterstützte) und die nicht erfolgte Verurteilung der damaligen Direktoren und Täter.

Viele der Unternehmen, die zur Zeit des Nationalsozialismus Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter beschäftigten, räumen ihre Vergangenheit bis heute nicht ein. So auch Salamander nicht. Dabei wäre ein kritischer und aufklärerischer Umgang mit der Geschichte etwas, dass gerade in der jetzigen Zeit dringend gebraucht wird. Um zu erinnern und zu mahnen und es besser zu machen.

Und solange es noch so viele gibt, die zu der Vergangenheit schweigen, ist die Relevanz um Vera Friedländer ungebrochen.  (Julia Müller)

 

 

3. März 2017

„Der junge Karl Marx“ – Kommunismus im Kino

Der Auftakt für den Film über den jungen Karl Marx und die Anfänge seiner lebenslangen Freundschaft mit Friedrich Engels war während der Berlinale - mit rotem Teppich, langen Kleidern und allem, was zu einer großen Premiere gehört.

Am 2. März war der offizielle Kinostart in der gesamten Republik. Der Filmverleih „Neue Visionen“ hatte die Idee, Paten über den Kinostart zu gewinnen. So konnte ich den Film im CineMotion in meinem Wahlkreis, im Ortsteil Hohenschönhausen präsentieren. Eingangs erinnerte ich an Buch und Film „Mohr und die Raben von London“, erschienen und gedreht Ende der 1960er Jahre. Als ich das erwähnte, ging ein Raunen durch den Saal. Viele erinnerten sich.

Im kommenden Jahr begehen wir den 200. Geburtstag von Karl Marx.

Wie aktuell ist er noch?

Nach der Finanzkrise 2008 explodierte der Verkauf des „Kapitals“. In vielen Buchhandlungen war das Buch ausverkauft. Es musste nachgedruckt und nachbestellt werden. Viele Menschen wollten wissen, wie der Kapitalismus funktioniert oder eben nicht funktioniert. Sie wussten, dass die ökonomischen Theorien, die heute an den Universitäten gelehrt werden, den Kapitalismus nicht erklären können oder wollen. Auch nach der akuten Finanzkrise gibt es kaum Ökonomen, die ihre gescheiterten Theorien hinterfragen. Sie können die Krisen nicht erklären.

Die Finanzkrise ist nicht durch Spekulanten ausgelöst worden, auch wenn sie ihren Anteil an der Krise hatten. Die Krise ist auch nicht allein durch eine falsche Politik zu erklären, auch wenn sie ihren Anteil an der Krise hat. Finanzkrisen gehören zum Kapitalismus. Das wusste Marx und er hat die Ursachen für diese Krisen in seinem Buch „Das Kapital“ analysiert und begründet. Deshalb ist das Buch hochaktuell.

Es werden viele Irrtümer über Karl Marx verbreitet

1.   Norbert Blüm sagte nach dem Zusammenbruch des Sozialismus in Europa: „Marx ist tot, Jesus lebt“. Im September dieses Jahres feiern wir den 150. Jahrestag des Erscheinens des ersten Bandes des Kapitals von Karl Marx. In einer Zeit, in der Nachrichten im Sekundentakt durch das Internet rasen und Fakten von gestern heute schon keinen mehr interessieren, sollten wir uns öfter mit diesem Buch beschäftigen, dass die grundlegende Funktionsweise des Kapitalismus beschreibt. Marx ist nach der Finanzkrise lebendiger als je zuvor.

2.   Karl Marx wird immer wieder für das Scheitern des Sozialismus verantwortlich gemacht. Das ist unfair. Er hat nie behauptet, ein wissenschaftliches Konzept für eine neue Gesellschaft entwickelt zu haben, weder für den Sozialismus noch für den Kommunismus. Er hat nur nachgewiesen, dass der Kapitalismus seine eigenen Grundlagen untergräbt. Das erleben wir heute. Der Kapitalismus zerstört die Umwelt und schlimmer noch, sie zerstören Menschen. Selbst Papst Franziskus stellte fest: Diese Wirtschaft tötet. Das erleben wir verdeckt in Europa, aber wir können es in Afrika und Asien in aller  Brutalität sehen. Viele Menschen müssen unter lebensbedrohlichen Bedingungen arbeiten. Der Jenenser Sozialphilosoph Hartmut Rosa hat kürzlich eine Minimaldefinition des klassisch marxistischen Entfremdungsbegriffs vorgeschlagen, die unsere gegenwärtige Situation recht gut trifft: Jeder, der sich auf dem kapitalistischen Markt bewegt, fühlt sich für sein Überleben zu etwas gezwungen, das er jenseits des Marktes niemals anstreben würde. Niemand will die Umwelt zerstören, aber die Notwendigkeit, Produktionskosten zu senken, zwingt ihn dazu; jeder will, dass den Verlierern der Gesellschaft geholfen wird, aber die Notwendigkeiten, Sozialkosten zu senken, bringt den Staat dazu, sie auszugrenzen; alle leiden unter der hysterischen Abfolge technologischer Neuerungen, aber der Wettbewerb zwingt die Produzenten dazu, ständig neue Waren herzustellen. Aus diesem Teufelskreis wollen viele Menschen ausbrechen.

3.   Der Hauptdarsteller August Diehl spielt den jungen Marx. Er hat der Berliner Zeitung ein schönes Interview gegeben  (25/26.2.2017). Er hat das Manifest gelesen, aber nicht das Kapital. Ich kann nur allen Zuschauern empfehlen, beide Bücher zu lesen. Für das Kapital empfehle ich ein Seminar bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung. August Diehl formuliert die These, dass man an den Kommunismus glauben musste, nicht aber an den Kapitalismus, der reguliere sich immer wieder selbst. Das ist eine Legende. Marx war ein Wissenschaftler und kein gläubiger Mensch. Er hat auch keinen Glauben propagiert. Er war auch mit Prognosen sehr vorsichtig. Es ist auch ein Irrtum, dass der Kapitalismus sich selbst reguliert. Gerade die Finanzkrise hat gezeigt, dass Milliarden aufgebracht werden müssten, um den Kapitalismus zu retten und ihn vor sich selbst zu schützen. Und natürlich glauben die meisten Menschen an den Kapitalismus und können sich gar nicht vorstellen, dass er untergehen könnte. Der Philosoph Slavoj Zizek meinte, es sei erstaunlich, dass die Menschen sich den Untergang der Welt vorstellen können, aber nicht das Verschwinden des Kapitalismus.

Filme sind teuer. Geldgeber müssen gewonnen werden. „Der junge Karl Marx“ ist eine Gemeinschaftsproduktion von Frankreich, Belgien und Deutschland. Die Förderzusage aus Deutschland ließ am längsten auf sich warten. Der Regisseur Raoul Peck sagte dazu: „In Deutschland will man nicht, dass jemand anders etwas über  ihn macht, aber gleichzeitig macht man nichts….Übrigens hat Eurimages, der Förderfonds des Europarats, den Film mit den Worten abgelehnt, da könnten sie auch einen über Stalin fördern. Das habe ich schriftlich.“ (jw vom 2. 3. 2017) 

Der Regisseur Raoul Peck ist in Haiti geboren und in Zaire, USA und Frankreich aufgewachsen. Er war 1996 und 1997 Kulturminister auf Haiti. Er hat Filmwissenschaften in Berlin studiert.

Ich hoffe, dass der Film besonders beim jungen Publikum gut ankommt. Vielleicht gibt es den Effekt wie bei dem Film „Amadeos“. Viele junge Menschen interessierten  sich erst nach diesem Film für Musik von Mozart.

 

 

 

2. März 2017

Die Gemeindeschwester in der Containerklinik

Seit vielen Jahren werbe ich für das Modell der Gemeindeschwester. In einigen Bundesländern gibt es Modellprojekte, die erfolgreich laufen. Aber immer wieder gibt es Streit um die Finanzierung. Im deutschen Gesundheitssystem gibt es jede Menge Interessen und Interessenvertreter. Nicht immer setzt sich die beste und vernünftigste Idee durch, denn es geht auch immer um die Verteilung des Geldes.  Im deutschen Gesundheitssystem handelt es sich dabei um immerhin über 11 Prozent des Bruttoinlandproduktes, also über 340 Milliarden Euro. Das ist mehr als ein gesamter Bundeshaushalt.

Als ich Ende Februar mit einer kleinen Delegation des Haushaltsausschusses Südafrika besuchte, interessierten wir uns vor allem für die Frage, wie es gelingt, HIV/Aids zu bändigen. Da ich bereits im Jahr 2006 in Südafrika war, konnte ich riesige Fortschritte im offiziellen Herangehen erkennen. Unter dem Vorgänger von Präsident Zuma wurde die Ansteckungsgefahr heruntergespielt. Man könne sich doch duschen – das erklärte der Vorgänger gern öffentlich. Inzwischen ist der Umgang völlig anders. Laut UNAIDS hat Südafrika mittlerweile eine Vorreiterrolle im Kampf gegen HIV/AIDS. Es wird offensiv aufgeklärt. Überall gibt es unentgeltlich Kondome. Infizierte erhalten Medikamente. Trotzdem ist es ein schwerer Kampf. Die Zahl der Neuinfektionen ist hoch. Betroffen seien vor allem junge Mädchen und Frauen, die sich von der Beziehung mit einem älteren Mann soziale Sicherheit erhoffen. Diese Hoffnung ist oft trügerisch, aber die Infektion bleibt. Die Verantwortlichen im Parlament und in den Gesundheitsbehörden erzählten uns, dass es sehr schwer wäre, diese Risikogruppe zu erreichen. Ärzten – sofern erreichbar – würden sie sich nicht anvertrauen. Und hier kommt die Gemeindeschwester ins Spiel. Speziell ausgebildete Schwestern arbeiten mit einem kleinen Team in sogenannten „Unjani Containerkliniken“. Diese Kliniken werden in Gebieten aufgestellt, wo es keine Arztpraxen gibt. Wird die Klinik an einem anderen Ort gebraucht, kann die Schwester mit ihr umziehen. Für ein geringes Entgelt – die Schwester passt die Preise eigenverantwortlich der Umgebung an – werden Untersuchungen und Gesundheitsleistungen angeboten. Die Schwestern genießen ein hohes Ansehen und die Menschen haben großes Vertrauen in sie.

Südafrika ist mehr als drei Mal so groß wie Deutschland. Selbst in unserem dicht besiedelten Land wird es immer schwieriger Ärzte zu gewinnen, sich auf dem Land niederzulassen. Noch dramatischer ist die Situation in Südafrika. Und immer noch funktioniert der „brain drain“ : frisch ausgebildete Ärzte gehen nach Australien, Großbritannien oder in die USA. Aber auch Menschen, die in der Nähe der großen Städte leben, haben oft riesige Strecken zurückzulegen, um ihren Arbeitsplatz zu erreichen. Viele Schwarze leben immer noch in Townships, in den die Wellblechhütten nach und nach gemauerten Häusern weichen. Da bleibt wenig Zeit für den Gang zum Arzt oder in eine Apotheke. Um diese Menschen trotzdem mit Medikamente zu versorgen, gibt es in einigen Einkaufszentren automatisierte Medikamentenausgabestellen für chronisch Kranke. Mit Rezept und PIN funktionieren sie nach dem Prinzip eines Geldautomaten. Über Video können die Patienten mit einem Apotheker sprechen. Für deutsche Apotheker, die sich entschieden gegen den Versand von Arzneimitteln zur Wehr setzen, sicher eine Horrorvorstellung.

In Südafrika ist es für viele die einzige Möglichkeit, überhaupt an Medikamente zu gelangen. In der Verfassung von Südafrika ist verankert, dass jeder Zugang zum Gesundheitssystem haben muss. Das ist ein sehr anspruchsvolles Ziel. Auch über 20 Jahre nach dem Ende der Apartheid gibt es noch riesige Unterschiede. Für viele Menschen, die aus anderen afrikanischen Ländern fliehen, ist Südafrika das Land der großen Hoffnung. Über 3 Millionen Flüchtlinge leben im Land. Südafrika ist ein wichtiger Partner für Deutschland. Viele Organisationen der der Entwicklungszusammenarbeit sind dort aktiv. Wenn man vor Ort die gewaltigen Unterschiede in den Lebensverhältnissen der Menschen erlebt, kann man die riesige Leistung von Nelson Mandela und seinen politischen Partnern erahnen, die den Übergang zur Regenbogennation friedlich gestaltet haben. Es grenzt an ein Wunder.

 

 

15. Februar 2017

Red Hand Day

Seit über 10 Jahren gibt es jetzt die Aktion und den Red Hand Day am 12. Februar, den internationalen Gedenktag an das Schicksal von Kindersoldaten. Hunderttausende rote Handabdrücke wurden schon in über 50 Ländern gesammelt und an Politiker und Verantwortliche übergeben. Auch ich habe heute wieder meinen Handabdruck hinterlassen.

 

 

Glücksbringer Schildkröte

Vor Freude über den Preis in unserem Neujahrsgewinnspiel hat sich der Preisträger gleich den Hut vom jungen Marx aufgesetzt. Aber Scherz beiseite. Diese beiden Lichtenberger haben erfolgreich an unserem Neujahrsgewinnspiel teilgenommen und jeweils eine Jahreskarte für den Tierpark Berlin gewonnen. Sie wussten die richtige Antwort auf unser Preisrätsel: Schildkröteneier sind so groß wie Goldbälle. Herzlichen Glückwunsch!

 

 

14. Februar 2017

Eisbären-Patenschaft

Die Manfred-von-Ardenne-Schule ist schon seit 2008 Schule mit Courage, ohne Rassismus . Ab heute übernehmen die Eisbären Berlin die offizielle Patenschaft. In gemeinsamer Arbeit hat sie sich schon bewährt. Viel Erfolg weiterhin!

128 Stimmen für Christoph Butterwegge

Glückwunsch an unseren Bundespräsidenten-Kandidaten Christoph Butterwegge! 128 Stimmen hat er bekommen. 34 mehr als die LINKE Delegierte hat. Zu Gast war auch Beate Klarsfeld, bekannt geworden als Nazijägerin. Dank ihrer Arbeit und der ihres Mannes Serge konnten hochrangige Nazis ihrer Strafe zugeführt werden. Vor einigen Jahren war sie selbst Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin.

3. Februar 2017

Neue Ausstellung im Wahlkreisbüro

„Am 02.02. wurde im Rahmen einer Vernissage die neue Kunstausstellung der Künstlerin Anne Purath im Wahlkreisbüro von Gesine Lötzsch feierlich eröffnet. Zu sehen sind verschiedene Techniken, wie Acryl- oder Öl-Farben und Malerei, sowie verschiedene Kunststile. Kommen Sie gerne vorbei und schauen Sie sich ihre Bilder an – es lohnt sich. Ort: Zingster Straße 12, 13051 Berlin, Montag-Donnerstag von 10-16 Uhr. 

2. Februar 2017

Vietnam gehört zu Lichtenberg

Die Kindertanzgruppe eröffnete den kulturellen Teil des Neujahrsfestes.

Den vietnamesischen Vertragsarbeitern der DDR wurde erst 1997 ein langfristiges Bleiberecht zugebilligt. U.a. setzte sich die PDS für den dauerhaften Aufenthalt der Vietnamesinnen und Vietnamesen ein. Und so konnte deren Integration richtig beginnen. Nun hatten sie eine Perspektive. In der KULTschule sorgt die Vereinigung der Vietnamesen zusammen mit dem Verein Lyra e.V. für ein  internationales Flair in Lichtenberg.  Dazu gehört auch das Feiern des Tetfests, mit dem am 2. Februar das neue Jahr eingeleitet wurde. Und so taucht man eine in eine Welt, die einerseits weit weg ist aber gleichzeitig doch so nah.

30. Januar 2017

Gesine Lötzsch erneut als Direktkandidatin für den Bundestag nominiert

Am Sonntag, den 29.1.2017 wurde Dr. Gesine Lötzsch als Bundestags-Direktkandidatin erneut für den Wahlkreis Lichtenberg nominiert. 91,8 Prozent der Delegierten sprachen ihr das Vertrauen aus. Am 24. September will Gesine Lötzsch ihr Direktmandat verteidigen. Das Land braucht gerade jetzt eine starke Linke. Dafür kämpfen wir. Unter den Gästen waren ihre Vorgängerin Prof. Christa Luft, die Vizepräsidentin des Bundestages, Petra Pau,  der Präsident der Volkssolidarität, Dr. Wolfram Friedersdorff sowie die Landesvorsitzende der Berliner Linken, Katina Schubert. 

25. Januar 2017

"Die Benjamins- eine deutsche Familie"

Am 24.01. fand wieder „geDRUCKtes“ von und mit Gesine Lötzsch statt. Dieses Mal war Uwe-Karsten Heye zu Gast, welcher sein Buch mit dem Titel „Die Benjamins: Eine deutsche Familie“ vorstellte.  

Der Autor plante zunächst ein Buch allein über Hilde Benjamin zu schreiben. Erst durch seine umfangreiche Recherche wurde ihm deutlich bewusst, welche tragenden, aber vor allem tragischen Rollen auf die weiteren Familienmitglieder und –angehörigen zukamen. Im Buch finden die Geschichten rund um die Geschwister Georg, Walter und Dora Benjamin ihren Platz.

In seinen Recherchen griff er unter anderem auf Tagebücher und Gedenkstätten zurück. Auch besuchte er historische Orte, aber eine ganz besondere Hilfe war ihm die Schwiegertochter von Georg und Hilde, Ursula Benjamin. Durch ihre Hilfe wurden die Intimität der Briefe und die Persönlichkeiten greifbarer. Auch deswegen war es etwas ganz besonderes, sie auch an diesem Abend im Publikum vor zu finden.

Heye fasst es kurz zusammen: „Wofür steht die Familie Benjamin? Sie wurden verfolgt, gedemütigt und blieben standhaft.“. Und es braucht Zivilcourage. Eine wichtige Eigenschaft, die in Zeiten der Politikverdrossenheit und Demokratiemüdigkeit, in denen Menschen in nationale Ideologien verfallen, immer weiter an Bedeutung gewinnt.

Hoffnung auf eine bessere Zukunft – die Familie Benjamin hat sie nie verloren. (Julia Müller)

 



19. Januar 2017

Ausstellungseröffnung „Wir sind viele“

Heute, am 17. Januar, wurde im Paul-Löbe-Haus die Ausstellung „Wir sind viele“ eröffnet. Gemeinsam mit dem Fotografen Jim Rakete zeigen die von Bodelschwinghschen Stiftungen, „50 Porträts – 50 Menschen – 50 Leben“

Jim Rakete fotografierte Menschen mit Epilepsie, körperlicher und psychischer Behinderung und Personen mit Suchterfahrungen. Eben jene, die in unserer Gesellschaft „weniger präsent sind“. Zur Ausstellungseröffnung erschienen viele Interessierte. Nach einer einführenden Rede von Ulla Schmidt ergriff Pastor Ulrich Pohl das Wort. Auch Jim Rakete und eine der Porträtierten, Angelika Schmidt, sprachen vor den Besuchern. Der Höhepunkt der Eröffnung war der Auftritt der Band „Oder so!“ aus Bethel. Die sechs Sänger, zwei Gitarristen und der Cajonist zogen mit ihren Liedern „Taschen voll Gold“ und „Nur nicht in meinem Kopf“ die Zuhörer in ihren Bann. Es wurde begeistert geklatscht und im Takt mitgewippt, denn die gute Laune der Gruppe war ansteckend. (Anne)

 

 

13. Januar 2017

Mit Überschuss Solidarität stärken!

Quelle: fotolia.com

Die Beiträge für die die Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung werden steigen. Diese Entwicklung kann die Bundesregierung verlangsamen.

 

Finanzminister Schäuble hat seine schwarze Null nur realisiert, weil er die Solidarsystem geschwächt hat. Mütterrente, Ost-West-Rentenangleichung, Finanzierung der Krankenkassenbeiträge für Arbeitslose, das sind alles Dinge die mit Steuern finanziert werden müssen und nicht den Beitragszahlern allein aufgebürdet werden dürfen.

Wir müssen den Anstieg der Sozialbeiträge verringern. Das wäre ein besserer Schritt als die Senkung der Steuern. Vor allem Menschen mit geringen Einkommen und hohen Sozialbeiträgen könnten so entlastet werden. Das wäre ein Beitrag für mehr Solidarität.

 

13. Januar 2017

Schülerpraktikantin Anne Pewestorff stellt sich vor

Hallo, mein Name ist Anne Pewestorff. Ich bin 14 Jahre alt und besuche die Evangelische Schule in Köpenick. Derzeit absolviere ich ein drei wöchiges Schülerpraktikum bei Frau Dr. Gesine Lötzsch und ihrem Team im Bundestagsbüro. Obwohl ich am ersten Tag die denkbar langweiligste Aufgabe bekam, 650 Briefe einzutüten, freute ich mich sehr auf die kommenden Tage. Bisher lernte ich den Büroalltag der Mitarbeiter kennen: Sie planen wichtige Veranstaltungen, telefonieren viel, beantworten die wichtigen Mails und Briefe und entsorge die unwichtigen. 

Das Spannende an dem Praktikum im Bundestagsbüro ist, dass man eben nicht nur im Bundestagsbüro ist. Ob nun Neujahrskarten verteilen, die Planung einer Ausstellung oder das Zuhören beim Haushaltsausschuss, es wird nie langweilig.

Otto von Bismarck hat mal gesagt: „Je weniger die Leute davon wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie.“ Gut, vielleicht möchte ich hier nicht lernen wie man Würste herstellt, aber die Gesetze sind doch etwas Spannendes. Wahrscheinlich bin daher so gespannt darauf, als Besucher am Haushaltsausschuss teilnehmen zu dürfen. 

11 interessante und lehrreiche Arbeitstage liegen noch vor mir und ich bin gespannt auf das, was noch alles Neues auf mich zukommt.