
Ich heiße Antonio Colli, bin 17 Jahre alt und besuche die zwölfte Klasse des Heinrich-von-Gagern-Gymnasiums in Frankfurt am Main. Seit dem 16. Januar absolviere ich ein zweiwöchiges Praktikum im Bundestagsbüro von Frau Dr.Gesine Lötzsch.
Nach einem recht festlichen Politischen Jahresauftakt im Kino Kosmos begann für mich der Bundestagsalltag erst am Dienstag mit einer Sitzung des Arbeitskreises für Landwirtschaft. Höhepunkte in den zwei Wochen waren auf jeden Fall die kurzfristig geplanten Fernsehauftritte Gesines im ZDF, denen ich z.T. auch beiwohnen durfte sowie die kontroverse wie medienwirksame Diskussion über die Überwachung einiger Abgeordneten der Linken.
Obwohl man eine solche Offenbarung nicht als „Glücksfall“ bezeichnen kann, war es doch sehr interessant zu sehen, wie die Politik tatsächlich mit solchen Themen umgeht, verglichen mit der Rezeption der Medien.
Für mich persönlich ist dieses Praktikum deshalb absolut lohnenswert, weil es eine gute Mischung bietet zwischen „passiver“ Arbeit in Form von Beobachtung parlamentarischer Abläufe und „aktiver“ wie der Arbeit im Büro, wo man Anrufe entgegenzunehmen oder Besuchergruppen zu organisieren hat. Das Fazit also: für jeden politisch Interessierten und Engagierten ist ein solches Praktikum absolut weiterzuempfehlen.
"An dieser Stelle befand sich 1940 bis 1945 das sogenannte Arbeitserziehungslager Wuhlheide der Geheimen Staatspolizei (Gestapo). Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene aus 16 Ländern, sowie politisch und aus anderen Gründen Verfolgte des NS-Regimes, wurden zum Arbeitseinsatz für die Kriegswirtschaft gezwungen, versklavt und misshandelt. Hier mussten über 30.000 Menschen leiden und etwa 3.000 von ihnen ihr Leben lassen."
Die Stele am Verwaltungsgebäude des Tierparks Berlin trägt diesen Text. Heute, am 27.1. dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, werden an vielen Ort in Lichtenberg Blumen und Kränze niedergelegt. KP

„geDRUCKtes“ - Ausgabe 10
Gesine Lötzsch trifft Ursula Karusseit
Das Stuhlkontingent des Rosa-Luxemburg-Saals war mehr als ausgeschöpft. Diesmal hatte Gesine Lötzsch zu ihrer Veranstaltung „geDRUCKtes“ die Schauspielerin Ursula Karusseit eingeladen. Sie stellte ihr Buch „Wege übers Land und durch die Zeiten“ vor, in dem sie sich mit dem Journalisten Hans-Dieter Schütt über ihr Leben unterhält. Dass Ursula Karusseit Schauspielerin wird, ist ihr nicht in die Wiege gelegt worden. Ihr Vater war Neulehrer, ihre Mutter Hausfrau. Beide strenggläubige Baptisten. Beide sehr lieb, aber auch sehr besorgt. Das Theater sahen sie als Hort der Unmoral. Als Ursula Karusseit in der 5. Klasse gemeinsam mit einer Mitschülerin das Theaterstück „Im weißen Rössl“ anschauen will, wird ihr das vom Vater verboten, ohne Widerspruch zu dulden. Das Stück hat sie bis heute nicht gesehen.
Solche und ähnliche Geschichten erzählte Ursula Karusseit an diesem wunderbaren Abend: witzig, warmherzig und weltoffen. Warum der 7. Oktober 1959 für sie zu einem ganz persönlichen Feiertag wurde, weshalb die geplante Fortsetzung des Fernsehfilms „Daniel Druskat“ nach der Wende doch nicht zustande kam, was die Besonderheit des Schauspielerensembles der erfolgreichsten deutschen TV-Arztserie „In aller Freundschaft“ ausmacht und wie viel Spaß das Spielen im „Theater am Rand“ in Zollbrücke im Oderbruch macht.
Am Ende dieser ganz und gar gelungenen Veranstaltung hatte Gesine noch ein Geschenk für Ursula Karusseit, deren Vater sie eigentlich vom Theater fernhalten wollte und die dennoch eine gefeierte Schauspielerin geworden ist. Nun erfüllte ihr Gesine einen weiteren Lebenstraum. Sie schenkte ihr eine DVD mit einem Theatermitschnitt: „Im weißen Rössl“.
Nächster Termin für „geDRUCKtes“ ist am 20. Februar 2012, 18 Uhr, Karl-Liebknecht-Haus.
Dann wird Heidi Knake-Werner ihr neues Buch vorstellen, über ihre politischen Wege erzählen und welche Rolle dabei rote Schuhe spielten. Melden Sie sich einfach an: 030 – 24009548 oder gedrucktes@die-linke.de. Der Eintritt ist wie immer frei.
Am Donnerstag findet die Abstimmung zum Afghanistan ISAF-Mandat statt. Mit Transparenten demonstrierten Abgeordnete, darunter Gesine, Heike Hänsel, Inge Höger, André Hunko, Harald Koch und Annette Groth gegen die Verlängerung des Einsatzes. Bei der Mahnwache erinnerten sie zusammen mit Initiativen an die Kosten des Krieges und erneuerten ihre Forderung, die Truppen sofort und bedingungslos abzuziehen. Bei der Mahnwache wurden die bisher gesammelten weit über 100.000 Unterschriften „Den Krieg in Afghanistan beenden – zivil helfen“ präsentiert.(nw)
Neuigkeiten und Visionen wurden neben Rührei und Lachs den Sponsoren des SV Lichtenberg 47 aufgetischt. Auf das eine wie das andere haben die Gäste des Sponsorentreffens positiv reagiert und sehen sich in ihrem Engagement bestätigt. Gesine Lötzsch wurde als langjährige Unterstützerin mit Blumen begrüßt. Der neue Lichtenberger Bürgermeister Andreas Geisel (SPD) erhielt ebenso einen Strauß, auch wenn er beim Verein schon längere Zeit nicht mehr gewesen ist. Was gibt es Neues vom Verein zu berichten? Im zweitschönsten Stadion Berlins (nach der Alten Försterei) sollen zukünftig 1000 Sitzplätze eine Überdachung bekommen, für Vorschulkinder wird demnächst Turnen angeboten und der Mädchen- und Frauenfußball soll weniger leistungs-, eher als spaßorientierter Sport vorangetrieben werden. Wir wünschen dem Verein viel Erfolg für die Vorhaben und für die Herrenmannschaft drücken wir die Daumen. Sie konnte "im Pokal überwintern" und hofft nun auf ein erfolgreiches Achtelfinale. (KP)

Magdeburg statt Dresden. Das ist die Befürchtung vieler Bürgerinnen und Bürger aus Magdeburg angesichts der konsequenten Blockade-Aktionen der Antifaschisten in Dresden in den vergangenen zwei Jahren. Da in der sächsischen Landeshauptstadt die letzten alljährlichen Naziaufmärsche rund um den 13. Februar verhindert wurden, sei zu vermuten, dass nun Magdeburg Mitte Januar zum neuen Aufmarschgebiet der Nazis wird.
Vor diesem Hintergrund beteiligte sich Gesine heute an den antifaschistischen Protesten. Zunächst sprach Gesine auf einer Kundgebung an der Synagoge in unmittelbarer Nähe zum Neustädter Bahnhof, wo die Nazis in Magdeburg ankamen. Anschließend bildete die Magdeburger Bürgerschaft eine Menschenkette („Band der Demokratie“) quer durch die Innenstadt. Zum Abschluss sprach Gesine neben den Parteivorsitzenden von SPD und Grünen auf der „Meile der Demokratie“ und unterstrich die Notwendigkeit eines NPD-Verbots und des fortdauernden antifaschistischen Widerstands: So auch in Dresden am 18. Februar 2012. (Jan)
Seit einigen Jahren besuche ich gemeinsam mit Christina Emmrich, langjährige Bürgermeisterin und jetzt Stadträtin für Jugend und Gesundheit, einige der vielen Menschen in Lichtenberg, die in der Silvesternacht arbeiten. Wir wollen ihnen damit unsere Wertschätzung ausdrücken - und außerdem erfahren wir in Gesprächen in dieser besonderen Nacht oft Interessantes, das bei einem offiziellen Arbeitsbesuch nicht zur Sprache kommt. Zum letzten Mal begann unsere Tour bei der Polizei in der Rathausstraße. Zum letzten Mal, weil demnächst endlich der Umzug in ein Gebäude ansteht, das bessere Arbeitsbedingungen bietet. Zweite Station war die Rettungsstelle des Sana-Klinikums, Standort Oskar-Ziethen-Krankenhaus. Weil es noch vor Mitternacht war, war es noch ruhig. Die Meldung am Jahresanfang 2012, dass ein Krankenkassenchef kürzere Krankenhausaufenthalte fordert, kam mir nach meinen Mitternachtsgesprächen besonders absurd vor. Weiter ging es zum "Blauen Laden", einer Begegnungsstätte des sozialen Trägers Albatros. Hier wurde schon tüchtig gefeiert. Beindruckt hat mich, dass diese Begegnungsstätte auch am gesamten Wochenende und an allen Feiertagen geöffnet hat. Die vierte Station war die Rettungsstelle im Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge. Auch hier bereiteten sich alle auf den großen Ansturm nach Mitternacht vor. Zufällig trafen wir dort aber bereits einen Rettungsfahrer der Feuerwehr Hohenschönhausen, die als nächstes auf unserem Plan stand. Dort erlebten wir dann bei Pfannkuchen und Prickelgetränken den Jahreswechsel. Bevor der nächste Alarm kam und alle wieder ausrücken mussten, erzählte uns ein Mitglied dieser Freiwilligen Feuerwehr, dass er von Berlin nach Hamburg gehen musste, um als Berufsfeuerwehrmann ausgebildet zu werden. Nach Mitternacht ging es zu den Polizeiabschnitten in Hohenschönhausen und Friedrichsfelde. Die Kolleginnen und Kollegen hatten viel zu tun - es brannten mehr Wohnungen als in den Jahren zu zuvor und viele häusliche Konflikt waren zu schlichten. Unsere Hochachtung all denen, die in der Silvesternacht für andere da waren. Für alle ein gutes Jahr. Die nächste Silvestertour ist schon geplant. (Gesine)