28.9.2011: Die beste Bildung findet ein gescheiter Mann auf Reisen. Johann Wolfgang von Goethe
Nick (ganz rechts) in Strassburg

Im Augenblick werde ich genötigt, einen Bericht zu verfassen über meine achtwöchige Praktikumszeit bei Gesine Lötzsch – dabei habe ich noch zwei Tage vor mir, in denen noch einiges vorfallen kann. Überraschungen bin ich inzwischen gewohnt, aber so ist das wohl bei einer Parteivorsitzenden der Linkspartei. Schlussendlich soll ich an dieser Stelle Bilanz ziehen, über meine Aufgaben und Tätigkeiten berichten, wahrscheinlich auch gewonnene Kenntnisse und Erfahrungen reflektieren. Bei mir würde dies jedoch eher einem Reisebericht mit steigenden Entfernungen gleichen – von Berlin nach Rostock, von Berlin nach Göttingen, von Berlin nach Straßburg. Die Reise führte mich natürlich auch hin und wieder in das Bundestagsbüro, wo mir interessante Einblicke ins parlamentarische Geschehen eröffnet wurden, zu Debatten in Bundestag, Haushaltsausschuss und zu Fraktionssitzungen. Durch große Teile Berlins reiste ich im Zuge des Wahlkampfes übrigens auch – jetzt steht nur noch die Abreise bevor und mir bleibt nichts, als mich nochmals für die Möglichkeit des Praktikums bei Gesine Lötzsch und die stets freundliche Zusammenarbeit mit Klaus, Norman, Antje, Katrin, Tanja, Tinko, Marion, Jan und den an dieser Stelle nicht genannten zu bedanken. Allen für die weitere Arbeit Durchhaltevermögen und kämpferischen Elan zu wünschen, ganz im Sinne von: Per aspera ad Astra.  

27.9.2011, Forever Bofi

70 Jahre wäre er am 5. Oktober alt geworden. Manfred Bofinger, von allen liebevoll Bofi genannt, verstarb im Januar 2006 an den Folgen einer Gehirnblutung. Am vergangenen Freitag gedachten wir seiner in der wohl passendsten Art und Weise – wir haben herzhaft gelacht. In der Lesungsreihe „geDRUDCKtes“ empfing Gesine diesmal Bofis Frau Gabi sowie seine Tochter Luise. Diese lasen in gemütlicher Runde aus seinen Büchern „Der krumme Löffel“, „Der dicke Hund“ sowie seinem Buch „Das Leben eben“, welches leider unvollendet blieb. Als ganz besonderes Bonbon begleiteten diesmal  zwei Bandmitglieder von „Neues Glas aus alten Scherben“ die Lesenden. Die Musiker Dirk Schlömer, ehemaliges Bandmitglied von „Ton, Steine, Scherben“, und Leander Reininghaus brachten den Geist von Rio Reiser mit ins Haus, den Bofi sehr gemocht hatte. Die wirklich gelungene Mischung aus Lesung, Clubkonzert und privaten Geschichten schuf eine sehr persönliche Atmosphäre, die diesen Abend zu einem ganz besonderen gemacht hat. (ak)

17.9.2011: Wahlkampfendspurt

Der Tag vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus und der Bezirksparlamente begann für Gesine morgens vor dem Linden-Center in Hohenschönhausen. Gemeinsam mit der Lichtenberger Bezirksbürgermeisterin, Christina Emmrich, dem Fraktionsvorsitzenden der LINKEN in der Lichtenberger Bezirksverordnetenversammlung, Christian Petermann, und vielen weiteren Kandidatinnen und Kandidaten der LINKEN verteilte sie die inzwischen berühmt gewordenen kleinen roten Tüten, gefüllt mit leckeren Äpfeln und
Wahlwerbematerialien. Die Resonanz war überaus aufgeschlossen und sehr freundlich. Auch die roten Kartons, auf denen unsere Vorstellungen von einer sozialen Stadt formuliert waren, fanden Beachtung und Zustimmung. Mehrere hundert Tüten waren binnen einer Stunde verteilt, viele Gespräche wurden geführt. Gesine und ihre Mitstreiter nahmen sich Zeit für die Informationen, Ratschläge, Sorgen und Nöte der Bürgerinnen und Bürger. Ob die Bitte um
die Anpflanzung von Blumen im Areal oder um Unterstützung in einem Nachbarschaftsstreit, Christina Emmrich - die für ihre konkrete, zupackende, praktische Politik bekannt und beliebt ist machte gleich mehrere Gesprächstermine aus, um gemeinsam zu Lösungen zu kommen.
Gesine wiederum versprach, Forderungen für bundespolitische Veränderungen mit in den Bundestag zu nehmen. Und was Gesine verspricht, hält sie auch.
Weiter ging es am Mittag zum Verein Lichtenberg 47, der in der HOWOGE-Arena sein 7. Stadionfest feierte. Traditionell fand der Sponsorenfußball-Cup statt, bei dem Gesines Team den dritten Platz belegte. Gesine überreichte die Pokale und Urkunden an die Mannschaften, die alle gekämpft und viel Spaß am Spiel hatten. Die Stimmung bei den vielen Gästen war hervorragend, der Gastgeber hatte ein fröhliches, buntes Fest ausgerichtet, auf dem sich Jung und Alt sichtlich wohl fühlten. Auch bei diesem Fest fehlte unsere Bürgermeisterin natürlich
nicht, sie war ebenso anwesend wie der linke Wirtschaftsstadtrat Andreas Prüfer.

Um 18 Uhr ging es dann an der ansonsten weniger belebten Ecke Landsberger Allee/ Weißenseer Weg in Lichtenberg turbulent zu. Gemeinsam mit Gesine versammelten sich viele – vor allem sehr junge – Leute um einen Kranwagen, an dem ein riesiges Transparent in den Abendhimmel gezogen wurde. Weithin sichtbar wurde damit unsere Forderung, endlich die Verursacher der Finanzkrise zur Kasse zu bitten. Gesteuert wurde das Ganze vom eigens
aus Mecklenburg-Vorpommern angereisten, gerade erfolgreich in den Landtag gewählten André Brie und seinem Nachbarn Uwe. Viele vorbeifahrende Autofahrer hupten und wünschten der inzwischen richtig großen Gruppe rund um das Transparent – zu uns gestoßen waren auch die Mitglieder einer Fahrradtour rund um die Berliner Umweltsenatorin Katrin Lompscher und den jungen Kandidaten für das Abgeordnetenhaus Sebastian Schlüsselburg – viel Glück für den Wahlsonntag.

Insgesamt bleibt festzuhalten: Dieser Wahlkampfendspurt erhielt Unterstützung von ganz oben. Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel machte es einfach noch mehr Spaß. Die abendliche Transparentaktion hätte nur einen natürlichen Feind haben können – den Wind. Aber es war total windstill. Ein perfekter Tag. (Tanja Behrend)

9.9.2011: „Wahre Piraten müssen DIE LINKE wählen!“

Kurz vor den Toren der Spandauer Altstadt, auf dem Metzer Platz, unterstützte Gesine heute den Wahlkampf der Spandauer Linken.

Vor gut 100 Schaulustigen sprach Gesine in ihrer Rede über die Erfolge DER LINKEN in zehn Jahren Regierungsarbeit - unter denkbar schwierigen Bedingungen (Man erinnere sich an Diepgens und Landowskys Bankenskandal!) Mit der Einführung eines öffentlichen Beschäftigungssektors, des Berlin-Passes, des Vergabegesetzes und der Kostenfreiheit von Bildung von der Kita bis zur Uni habe DIE LINKE Berlin sozialer gemacht. Unter einem Regierenden Bürgermeister ohne Harald Wolf– aber mit Henkel oder Künast – seien 10 Jahre erfolgreiche Sozialpolitik in Berlin in Gefahr, so Gesine.

Am Ende fand Gesine noch ein Wort zur Piraten-Partei. Zum einen gebe es viele Gemeinsamkeiten: Gegen Vorratsdatenspeicherung, gegen den Überwachungsstaat, für kostenfreie Bildung und für mehr direkte Demokratie. Zum anderen ließen sich aber kaum Positionen der Piraten-Partei zur Berliner Wirtschafts– und Sozialpolitik finden. Zudem finde der informierte Bürger im Grundsatzprogramm der Partei  leider nichts zum Afghanistan-Krieg, zu Militäreinsätzen der Bundeswehr generell und zur Frage der Vermögensverhältnisse in unserer Gesellschaft.

Da jedoch die Vorstellung, die Anhängerschaft der Piraten-Partei sei für Krieg und für Kinderarmut, abwegig sei, sagte Gesine: „Wahre Piraten müssen DIE LINKE wählen!“ (Jan)

1.9.2011: Kleine Erholung für fleißige WahlkämpferInnen und andere Kellerkinder

Heute lud Gesine über dreißig aktive Genossinnen und Genossen aus Lichtenberg ein, im Bundestag mit ihr zu diskutieren, sich umzuschauen und einen gemeinsamen Tag zu verbringen. Reger Austausch und auch Anregungen untereinander ergänzen das reichhaltige Tagesprogramm mit Besuch des Bundesministeriums der Finanzen und einer kleinen Stadtrundfahrt. Auch für das leibliche Wohl wurde gesorgt. Der andere Teil der Gruppe bestand aus Mitgliedern von „Kellerkinder e.V.“ Der Verein steht für die Kontinuität und den Zusammenhalt unter seinen rein ehrenamtlichen Mitarbeitern/innen, die gelernt haben, dass sie einander brauchen. Es kommt, wie der Vereinsseite zu entnehmen ist,  immer mal wieder zu eigenen kritischen Phasen, wie einem Rückfall, einer Depression oder der Angst vor dem Morgen. Hier helfen sich die , akzeptieren die Probleme. Wir wissen, dass wir uns auch hier aufeinander verlassen können.

Wir danken noch einmal für die rege Spendenbereitschaft der Teilnehmer. „Zuckiti“ freut sich über 170 Euro und kann damit vielen Kindern ein Jahr lang die Kinderzeitung kostenlos ermöglichen. (ak)

3.9.2011: Antifaschismus ist ein Gebot der Demokratie!

Gesine Lötzsch beteiligte sich heute an den Gegendemonstrationen zur Nazi-Demo in Dortmund. Unter dem Motto "Dortmund stellt sich quer" sprach sie an vielen Demonstrationspunkten in der Dortmunder Innenstadt. In ihren Reden betonte Sie, dass die Blockade von Nazi-Aufmärschen kein "aufwieglerischer Landfriedensbruch", sondern Bürgerplicht sei. Den vielen Antifaschistinnen und Antifaschisten in Dortmund gebühre großer Dank. Denn: "Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen! Und Antifaschismus ist ein Gebot der Demokratie und des Grundgesetzes!"