1.12.2011: „Sie reden vom Frieden, aber sie führen Krieg“

Die afghanische Menschenrechtsaktivistin Malalai Joya kam im Vorfeld der Bonner Afghanistan-Konferenz am Wochenende nach Berlin. Hier sprach sie auf Einladung der Linksfraktion über die aktuelle Lage und afghanische Friedensperspektiven.

Auf dem Bonner Petersberg wurde vor ziemlich genau 10 Jahren der Krieg gegen den Terror beschlossen. In einer kurzen Ansprache am Brandenburger sagte die Menschenrechtsaktivistin: „Demokratie und Menschenrechte lassen sich nicht herbei bomben, wir können uns  nur selbst befreien“ Am Wochenende wird sich Gesine in Bonn an den Protesten gegen die Fortführung des Krieges in Afghanistan beteiligen.

23.11.2011: Spende für Nicaragua

Eine Sachspende im Wert von 800 Euro überreichten heute Gesine Lötzsch und Dietmar Bartsch an SODI (Solidaritätsdienst International). Der Verein mit Sitz in der Grevesmühlener Straße verschifft die Spende, darunter Stifte und Malutensilien, u.a. nach Nicaragua in ein Kinderkrankenhaus und nach Kuba. 

17.11.2011: Besuch in der Keupstraße

Ein ausländerfeindlicher und rechtsterroristischer Hintergrund könne mit Gewissheit ausgeschlossen werden. Das waren die einhelligen Reaktionen der Sicherheitsbehörden, von der Kölner Staatsanwaltschaft bis zum damaligen Innenminister Schily, auf den verheerenden Nagelbombenanschlag in der Kölner Keupstraße am 9. Juni 2004. 22 Menschen erlitten seinerzeit zum Teil schwerste Verletzungen. Gesines seit langem geplanter Besuch der Keupstraße am gestrigen Mittwoch fand aufgrund der Erkenntnisse vom Wochenende vor einem völlig veränderten Hintergrund statt. Die Terroristen der Nazi-Untergrundorganisation NSU, die vielleicht jahrelang gedeckt, zumindest aber vom Verfassungsschutz unerkannt blieben, bekannten sich auf einer DVD unter anderem auch zu diesem Anschlag aus dem Jahr 2004.

Gesine sprach in der Keupstraße mit vielen Anwohnern und Gewerbetreibenden, insbesondere jedoch mit dem Inhaber des Friseursalons, vor dem die mit 10 cm langen Nägeln präparierte Bombe explodierte. Herr Yildirim wurde glücklicherweise nur leicht verletzt. Hinzu kam jedoch ein Sachschaden in beträchtlicher Höhe. Da er seine Versicherung kurz zuvor kündigte, um in eine andere zu wechseln, musste er den Schaden selbst tragen. Gesine empfahl ihm wie allen Betroffenen, eine Opferentschädigung beim zuständigen Bundesamt  für Justiz zu beantragen. Da  nun der rechtsextremistische Hintergrund der Tat belegt werden könne, sollten die Anträge auch bewilligt werden.

Nach dem Besuch der Keupstraße diskutierte Gesine in der Uni Köln zum Thema „Bildung in der gespaltenen Gesellschaft“ mit dem renommierten Sozialwissenschaftler Prof. Christoph Butterwegge. Auf Einladung des SDS sprach sie vor etwa 150 Studierenden über eine Gesellschaft, in der immer Geld für die Rettung von Banken, aber nicht für Bildungseinrichtungen bereitgestellt wird. Der Anlass dieser Diskussion war der heutige bundesweite Bildungsstreik. Gesine beteiligte sich gemeinsam mit unserem Bundestagsabgeordneten Matthias Birkwald an der Demonstration in Köln. (Jan)

 

 

 

 

14.11.2011: "Offene Worte"

Der Rosa-Luxemburg-Saal im Karl-Liebknecht-Haus war deutlich über den letzten Platz hinaus gefüllt. Einige Besucher versuchten vom Flur aus, dem Gespräch zu folgen, zu dem Gesine Lötzsch am 14. November in ihrer Lesereihe „geDRUCKtes“ Gregor Gysi eingeladen hatte. Der veröffentlichte unlängst ein Buch, in dem 14 prominente Persönlichkeiten aus unterschiedlichsten Genres zu Wort kommen. Es ist eine Auswahl von Gesprächen, die Gregor Gysi in seiner eigenen Lesereihe „Offene Worte – Gysi trifft Zeitgenossen“ seit mittlerweile acht Jahren regelmäßig an einem Sonntagvormittag im Deutschen Theater führt. Überaus erfolgreich, immer ausverkauft. Schade, dass im Deutschen Theater niemand aus dem Flur mithören kann.

Mit sichtlicher Freude tauschten sich Gesine und Gregor über Erinnerungen aus, die sie mit Persönlichkeiten aus dem Buch verbinden. Gesine erzählte, wie sie zu einer Rolle in Hape Kerkelings Film „Isch kandidiere“ kam und warum ihr ein Auftritt von Henry Hübchen besonders unvergesslich ist. Gregor wiederum berichtete unter anderem davon, warum ihn Alice Schwarzer beeindruckt und welches Kompliment er wiederum von ihr erhalten hat.

Das Publikum erfreute sich mit großer Aufmerksamkeit und Heiterkeit fast zwei Stunden lang an spannenden, unterhaltsamen Geschichten über weitere Berühmtheiten wie Armin Müller-Stahl, Inge Keller, Mario Adorf, Wladimir Kaminer, Kurt Maetzig oder Roger Willemsen.

Auch Beate Klarsfeld war Gregors Einladung ins Deutsche Theater gefolgt. Und nicht nur dorthin. Im Jahr 2009 hatte Beate Klarsfeld eine Einladung der Bundestagsfraktion DIE LINKE angenommen und gemeinsam mit ihrem Mann Serge Berlin einen dreitägigen Besuch abgestattet. Gesine erinnerte an diese unvergesslichen Tage, aber auch daran, dass der Antrag der Fraktion DIE LINKE, Beate Klarsfeld für ihre Verdienste um die Aufarbeitung des faschistischen Terrors im Zweiten Weltkrieg mit dem Bundesverdienstkreuz zu ehren, ohne Begründung vom deutschen Außenminister Westerwelle abgelehnt worden war. Dabei wäre ein Zeichen gegen Faschismus und Rechtsextremismus gerade heute von allergrößter Bedeutung.

Nächster Termin für „geDRUCKtes“: 19. Dezember 2011, 18 Uhr, Karl-Liebknecht-Haus,
Weihnachten auf abchasisch, Violetta Rudat stellt ihr Buch „Meine abchasischen Rezepte – Die Küche der Langlebigen“ vor. Sie lernen nicht nur Abchasien, diese wunderschöne Republik  zwischen Kaukasus und Schwarzem Meer, sondern auch Gerichte aus Violettas Heimat kennen. Diese Veranstaltung hält nicht nur literarische Kostproben, sondern noch ganz andere kulinarische Genüsse für Sie bereit. Melden Sie sich einfach an: 030 – 24009548 oder gedrucktes@die-linke.de. Der Eintritt ist wie immer frei.

7.11.2011: Abakus muss bleiben

Am vergangenen Freitag nahm Gesine sich fast einen ganzen Tag lang Zeit, um bei strahlendstem Herbstwetter in die schöne Prignitz zu reisen. Wie immer passierte das nicht zum Vergnügen, sondern auf Einladung des Wittenberger Vereins „Der Abakus e.V.“ Dieser Verein kümmert sich um Jugendliche mit sogenannten multiplen Vermittlungshemmnissen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt keinerlei Erfolgsaussichten haben. Die Jugendlichen, die bei „Der Abakus“ meist ihre letzte Chance erhalten, machen in vielen Fällen eine erstaunliche Entwicklung durch. Eine Erfolgsquote von 20 – 30 Prozent bei Jugendlichen, die überall sonst aufgegeben wurden ist eine mehr als beachtenswerte Bilanz, mit der Bernd Friede und Rainer Sander, die beiden Säulen des Vereins aufwarten können.

Das Geheimnis ist eigentlich so einfach: „Wir begegnen den Jugendlichen mit Respekt“, sagt Rainer Sander. Das spüren die Betroffenen, die nicht länger sinnlose Arbeiten ausführen müssen, sondern bei einem der vielen Kooperationspartner von „Der Abakus e.V.“, wie der Beratungsstelle „pro famila“, der Revierförsterei in Gadow oder dem Altenpflegeheim „Willi Kupas“, ihre verborgenen Talente unter Beweis stellen können. So fühlen sie sich gebraucht, lernen simpelste soziale Spielregeln neu und finden in vielen Fällen Praktikums- oder Ausbildungsplätze und manchmal sogar eine Festanstellung.

Das gesamte Konzept ist wegen seiner Spezialisierung auf junge Menschen einzigartig und daher gerade in einer Stadt wie Wittenberge, die unter Überalterung und extremem Bevölkerungsrückgang leidet, von enormer Bedeutung. Die Bundesagentur für Arbeit sieht das jedoch nicht so und will die Mittel dafür streichen. Findet sich keine Lösung, steht „Der Abakus e.V.“ Ende Februar 2012 vor dem Aus. Das darf nicht sein! Bei einem gemeinsamen Gespräch Gesines mit den Vertretern des Vereins, Lokalpolitikern und unserem Landtagsabgeordneten Thomas Domres wurde schnell deutlich, dass die Reduzierung der finanziellen Mittel durch die Bundesregierung eine Konkurrenzsituation unter den einzelnen Bildungsträgern schafft, die unweigerlich zu einem Verdrängungswettbewerb führen würde. Dessen Verlierer wären letztendlich die betroffenen Jugendlichen. Noch einmal: Das darf nicht sein! Dieser Verein leistet wertvolle Arbeit. Sie gilt es unbedingt zu erhalten, finden wir, und tun was wir können, um das zu unterstützen. (ak)

 

 

 

4.11.2011: Der Erfinder des demokratischen Sozialismus

Ein weiteres Mal hatte Gesine zu einer Veranstaltung in ihrer Lesereihe „geDRUCKtes“ in den Rosa-Luxemburg-Saal des Karl-Liebknecht-Hauses eingeladen. Andrej Hermlin stellte seine Autobiografie „My Way – Ein Leben zwischen den Welten“ vor. Sehr interessiert und zum Teil auch sichtlich gerührt lauschte das zahlreich erschienene Publikum dem Autor, der viele Episoden – traurige wie fröhliche – aus seinem Leben erzählte. Zum Beispiel, wie er als vierjähriger Junge zum ersten Mal Melodien hörte, die seitdem sein Leben begleiten und entscheidenden Einfluss auf seine Berufswahl hatten – amerikanischen Swing der 30er Jahre. Heute leitet Andrej Hermlin das weltweit erfolgreiche Swing Dance Orchestra. Überrascht nahmen die Zuhörer zur Kenntnis, dass Andrej Hermlin der LINKEN weit voraus war und bereits im zarten Alter von neun Jahren den demokratischen Sozialismus erfunden hat. Lizenzgebühren stellt er aber nicht in Rechnung. Wer jetzt neugierig ist und etwas über die Hintergründe wissen will, sollte das Buch kaufen. Aufklärung gibt es auf Seite 79. (Tanja)