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7.4.2011, Französisch mal anders

Die Schüler der 7. und 12. Klasse der Fritz-Reuter-Oberschule in Hohenschönhausen sprachen gestern im Französischunterricht mit unserem Praktikanten Jules. Er hatte sich angeboten, den Schülern seine Insel Réunion vorzustellen und ihnen von Möglichkeiten eines Schüleraustausches zu berichten. Dafür eignet sich Réunion wegen der Entfernung (11 Flugstunden) nicht unbedingt, wenngleich Fotos von Wasserfällen und Stränden die Schüler träumen ließen. Doch auch andere französische Ziele haben ihre Reize. Die Kursfahrt der 12. Klasse führt sie an die Côte d’Azur nach Nice. Am Ende der Stunde hatten vor allem die Mädchen noch viele Fragen an Jules. Bestimmt werden sie nun mit anderen Augen den Französischunterricht verfolgen. (n.w.)

1.4.2011, Gespendet

501,47€ sammelte Gesine Lötzsch unter den Teilnehmerinnen der Frauentagsfahrten in den Bundestag. Heute wurde das Geld den Vereinsvorsitzenden und Mitarbeitern von SODI e. V. überreicht. Dabei hatte Gesine Lötzsch Gelegenheit, sich über die aktuellen Projekte von SODI informieren zu lassen, über die Zusammenarbeit mit anderen Entwicklungshilfeorganisationen sowie über Veränderung im Entwicklungshilfeministerium, seit Dirk Niebel dort Minister ist. www.sodi.de (KP)

1.4.2011, KLAR!

"Mindestlohn statt Lohndumping" lautet die Schlagzeile der aktuellen KLAR-Ausgabe. Bei Frühlingssonne waren Katrin, Jules und Norman heute unterwegs und brachten den Menschen in Lichtenberg die KLAR nach Hause.

31.3.2011, Jetzt erst recht!

Mitgliederbrief der Parteivorsitzenden Gesine Lötzsch und Klaus Ernst

Liebe Genossinnen und Genossen,

bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz konnten wir unser Wahlziel leider nicht erreichen. Aber wir brauchen unser Licht nicht unter den Scheffel zu stellen, wir sind in 13 von 16 Landtagen vertreten, und wir werden alles tun, bei den nächsten Wahlen auch in die Landtage von Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz einzuziehen. Nicht nur unsere Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten, sondern eine Vielzahl von Genossinnen und Genossen haben unermüdlich gekämpft und ihr Bestes gegeben. Weiterlesen als pdf

30.3.2011, Wofür steht DIE LINKE?

Die Auflösung der Nato und ihre Ersetzung durch ein kollektives Sicherheitssystem unter Einbeziehung Russlands, die Überwindung von Hartz IV und die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes sowie der sozial-ökologische Umbau der Städte: Über so unterschiedliche politische Themen diskutierte Gesine am gestrigen Abend in Münster im Rahmen der gegenwärtigen Programmdebatte mit interessierten Bürgern und Genossen.

Gesine folgte dabei gern der Einladung des Kreisverbandes Münster, gemeinsam mit dem nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordneten Rüdiger Sagel und dem Bundes-geschäftsführer des SDS, Florian Wilde, den Programmentwurf der Partei DIE LINKE im Detail zu besprechen. Neben den Programmpunkten Frieden/Internationale Politik und Soziales, diskutierten die Teilnehmer vor allem das derzeit hoch aktuelle Thema Ökologie. Hierbei sei es wichtig, so Gesine, dass DIE LINKE auch weiterhin im Gegensatz zu den Positionen der Grünen die ökologische Frage mit der sozialen Frage verbindet.

Sowohl von den Podiumsteilnehmern als auch aus dem Publikum kamen zu den einzelnen Themen oft sehr konkrete Vorschläge zur Ergänzung bzw. Verbesserung des Entwurfs des Grundsatzprogramms. In den nächsten Monaten bis zum Parteitag im Oktober wird diese Debatte, die im Übrigen nicht nur Mitgliedern der Partei, sondern allen Interessierten offensteht (Wortmeldungen zur Programmdebatte schreiben Sie bitte an redaktionskommission@die-linke.de), auf vielen Veranstaltungen in ganz Deutschland fortgesetzt. Am Ende des Jahres entscheiden die Mitglieder per Mitgliederentscheid über die letztendliche Fassung unseres Grundsatzprogramms! (Jan)

30.3.2011, BuddYs im Bundestag
Autogrammstunde im Bundestag

Nicht unsere berlintypischen Bären, sondern über 40 Grundschüler besuchten heute die Parteivorsitzende Gesine Lötzsch (DIE LINKE). Sie nahm sich eine Stunde Zeit, um mit den Lichtenberger Grundschülern ins Gespräch zu kommen, mehr über die einzelnen Projekte zu erfahren und selbst natürlich ebenfalls Fragen zu beantworten.

Das buddY-Programm („buddy“ = englisch für Kumpel) möchte Kinder und Jugendliche zu mehr Verantwortung gegenüber sich selbst und anderen anregen, indem es den Erwerb sozialer, emotionaler und kognitiver Kompetenzen fördert. Auch soll das Demokratieverständnis der Schüler bewusst erweitert werden. Als BuddYs sind diese Schüler zum Beispiel Paten für jüngere Mitschüler oder Ansprechpartner für Probleme, helfen anderen beim Lernen und setzen sich als Streitschlichter ein.

In einem anschaulichen Rollenspiel zeigten sie, wie so etwas in der Realität letztlich funktioniert. Gesine Lötzsch zum Anfassen am Originalschauplatz, wo Politik „gemacht“ wird, war ganz offensichtlich ein spannendes Erlebnis für die BuddYs, das vom gemeinsamen Besuch auf der Dachterrasse des Reichstagsgebäudes abgerundet wurde.

30.3.2011, Was essen wir wirklich?
Was steckt in unserem Essen wirklich?

 

Kommt Schwarzwaldschinken aus dem Schwarzwald? Bedeuten „verbesserte Rezepturen“ tatsächlich einen Qualitätsgewinn? Machen Fitness-Riegel fit oder fett? Diesen und ähnlichen Fragen ging Gesine Lötzsch gestern in ihrer Lesungsreihe geDRUCKtes im Karl-Liebknecht-Haus nach. Zu Gast war Thilo Bode, der seinen Bestseller „Die Essensfälscher – Was die Lebensmittelkonzerne uns auf die Teller lügen“ vorstellte. Bode war langjähriger Geschäftsführer bei Greenpeace und gründete 2002 die Verbraucherschutzorganisation foodwatch. Weit mehr als 80 Gäste hatte das Thema gelockt, sie diskutierten, hakten nach, erfuhren interessante Fakten und Hintergründe. Wie mächtig die Lebensmittellobby ist, ahnten zwar viele, doch die wahren Ausmaße an Tricksereien und Betrügereien der großen Konzerne hat die meisten dann doch überrascht und empört. Einigkeit herrschte im Publikum besonders in der Dringlichkeit, eine Ampelkennzeichnung für Lebensmittel und ein einheitlich verpflichtendes Smiley-Systems im Gaststättengewerbe nach dänischem Modell durchzusetzen. Der nächste große Wocheneinkauf wird vermutlich bei den meisten Besuchern des Abends anders sein als bisher. Guten Appetit! (ak)

Foto: ‚© RolfHandke/ PIXELIO'

26.3.2011, AKW sofort abschalten

Über 100.000 Menschen sind heute allein in Berlin dem Aufruf von "ausgestrahlt" gefolgt und haben Konsequenzen aus der Reaktorkatastrophe nach dem verheerenden Erdbeben und dem Tsunami in Japan gefordert. Unter ihnen Gesine Lötzsch, Petra Pau, Katrin Lompscher und Klaus Lederer.

24.3.2011, "Feuerwehr-Einsatz" in Zweibrücken
Foto: Gesine Lötzsch im Gespräch mit Matthias Hunold, Stadtrat für DIE LINKE in ZWeibrücken

Gesine Lötzsch sprang kurzfristig ein, als die Wahlkampfabschluss-Veranstaltung in Zweibrücken/ Rheinland-Pflatz zu platzen drohte, weil sich Medienanfragen und Veranstaltungen für Genossinnen und Genossen des Parteivorstandes überschnitten. Die Genossen in Zweibrücken waren seit Tagen im Einsatz, plakatierten, steckten Flyer und gingen von Haus zu Haus, um für die Politik der LINKEN zu werden. Bei prächtigem Frühlingswetter sprachen Gesine und der Spitzenkandidat für den Landtagswahlkampf, Robert Drumm, in ihren Reden drüber, warum es sich lohnt, die LINKE am Sonntag zu wählen. Der "Feuerwehr-Einsatz"  von Gesine hat sich auf jeden Fall gelohnt. (Marion)

  

21.3.2011, Mahnwache vor dem Kanzleramt

Mehr als 1000 Menschen sendeten gestern ein Zeichen der Anteilnahme nach Japan. Zur Mahnwache, die vor dem Kanzleramt stattfand, hatten die Naturfreunde Berlin aufgerufen. Die Teilnehmer bekundeten ihre Solidarität mit dem japanischen Volk und stellten unmissverständlich die Forderung nach der sofortigen Abschaltung aller AKW. Nur so könnten weitere Katastrophen wie die in Japan verhindert werden. Unter den Teilnehmern war auch Gesine Lötzsch. Insgesamt fanden gestern in Deutschland Mahnwachen an 726 Orten mit über 140.000 Teilnehmern statt.

21.3.2011, Nein zur Schuldenbremse

Vor drei Tagen war Gesine Lötzsch in Offenbach zu Gast. Gut einhundert Gäste waren gekommen, um die Position der Bundesvorsitzenden zum aktuellen Kommunalwahlkampf und der Schuldenbremse kennen zu lernen. Darunter Vertreterinnen und Vertreter von Gewerkschaften und örtlichen Organisationen sowie der Vorsitzende der Offenbacher Ahmadyya-Gemeinde, Abdul Latif Mir. Mit den Plänen der hessischen Parteien, die sogenannte Schuldenbremse in der hessischen Verfassung zu verankern, ging Gesine Lötzsch hart ins Gericht. "Ich nenne die Schuldenbremse die zweite Enteignung der Bevölkerung. Warum? Weil nach der Phase der neoliberalen Privatisierung öffentlichen Eigentums und Verarmung der öffentlichen Haushalte der Staat nun zum Kürzen gezwungen werden soll. Auch DIE LINKE will die Verschuldung stoppen. Aber dazu müssen natürlich zuerst die Banken und das Finanzsystem reguliert werden. Und wir brauchen endlich ein sozial gerechtes Steuersystem. Man traut es sich ja kaum zu sagen, aber hätten wir noch das Steuersystem aus der Zeit Helmut Kohls, dann wären unsere Haushalte heute ausgeglichen. Ohne Bankenregulierung und ohne gerechte Mehreinnahmen für die öffentlichen Haushalte kommt es aber zur riesigen Enteignung: Verkauf öffentlichen Eigentums, Privatisierung, Sozial- und Bildungskürzungen von bisher ungekanntem Ausmaß. Deshalb sagen wir: Nein zur Schuldenbremse." (Per)

Video der Veranstaltung auf youtube ansehen

 

15.3.2011, "Bildung ist Mehr Wert"
Cornelia Falken, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im sächsischen Landtag, Thomas Kind, MdL, Gesine und Peter Streubel, KV Nordwestsachsen.

Der Kreisverband Nordwestsachsen hatte die Idee, eine Kampagne "Bildung ist Mehr Wert" zu starten und lud zum Auftakt am 15. März Gesine Lötzsch nach Eilenburg zu einer Pressekonferenz ein. Sie sprach in ihrem Beitrag insbesondere die Frage der Chancengleichheit für alle Kinder an und begrüßte die Initiative der Genossen ausdrücklich. Bildung ist ein Thema, das  vielen Bürgerinnen und Bürgern auf den Nägeln brennt, egal ob sie Schüler, Eltern oder Großeltern sind. Allein 11 Grundschulen sind in der vorwiegend ländlichen Region um Eilenburg, Oschatz, Schkeuditz Torgau und Delitzsch von der Schließung bedroht, weil die vom Sächsischen Kultusministerium geforderten Schülerzahlen oft nicht erreicht werden und das Bildungsbudget für die Schulen immer mehr gekürzt wird. Die Folgen sind für viele Familien einschneidend. Schulen werden geschlossen, Einzugsgebiete ohne Einbeziehung der Eltern verändert und Kosten für die Schülerbeförderung erhöht. Die Kampagne will deshalb mit vielen Menschen Fragen zur Lehrmittelfreiheit, Ganztagsbetreuung und besonders zum längeren gemeinsamen Lernen diskutieren. Die Genossinnen und Genossen vor Ort wollen deshalb 23 Veranstaltungen, Infostände und Briefaktionen bis Ende Mai durchführen. 

16.3.2011, Tinka Kling und Schwester Agnes

Seit Montag sind 20 junge Gewerkschafter aus ganz Deutschland zu Gast bei der Linksfraktion. Um die Fraktion und deren Arbeit näher kennenzulernen, begleiten die Junggewerkschafter ihren persönlichen Abgeordneten drei Tage lang. Tina Kling, Mitglied bei ver.di ist Krankenschwester und kommt aus Gesines Wahlkreis. Sie informierte sich bei uns vor allem über gesundheitspolitische Themen. Ich sprach mit ihr u.a. über die DDR-Fernsehserie „Schwester Agnes“. Zur Erinnerung: Im Jahr 2005 sprang Gesine in die Rolle der Schwester Agnes und warb in Ostdeutschland für das Gemeindeschwesternprogramm, das durch den Einsatz von mobilen Krankenschwestern eine bessere medizinische Versorgung im ländlichen Raum gewährleisten soll. (Norman)

12.3.2011, Der Koch aus Südkorea
Gesine Lötzsch bei der Siegerehrung

Spannung und Konzentration lagen in der Luft. Wie bei einem Turnier von Badminton- oder Tennis-Profis kamen sich viele Besucher des Sportforums am Wochenende vor. Zerschmetterte Schläger und Schreie während der Spiele waren keine Seltenheit. Die Leidenschaft des internationalen Wilson German Junior Turniers der U19 Badminton Spieler lockte mehrere hundert Besucher in das Sportforum in Lichtenberg.  So waren mehr als 200 Spieler und Trainer aus 20 Ländern angereist und in den letzten vier Tagen in Lichtenberg zu Gast.  Viele der Spizensportler bei diesem traditionellen Turnier sind in einigen Jahren eventuell Medaillienaspiranten bei den Olympischen Spielen. Gesine übereichte den drei bestplatziertesten Spielern der Einzelspiele, darunter zwei Dänen, zusammen mit Manred Kehrberg, dem stellvertretenden Vereinsvorsizenden des Ausrichters, des SG Empor Brandenburger Tor, ihre Pokale. Die größte Delegation stelte jedoch nicht Dänemark, sondern Südkorea. Für das leibliche Wohl der ca. 25 jungen asiatischen Profis sorgte übrigens ein eigens mitgereister Koch. (Sebastian)   

 

9.3.2011, Licht und Schatten,

Erlebnisbericht von Edda Winkel, Teilnehmerin am diesjährigen Frauentag mit Gesine Lötzsch

 

Meine Anmeldung für den Frauentag mit der linken Bundestagsabgeordneten Dr. Gesine Lötzsch war vor einigen Jahren  bereits geschrieben, da las ich, es sind die Lichtenberger Frauen eingeladen. Schade, vor langer Zeit habe ich in Lichtenberg gelebt, aber jetzt, als Brandenburgerin, gehöre ich nicht dazu. Jedes Jahr lese ich ein bisschen traurig diesen Aufruf für die Lichtenberger Frauen. In diesem Jahr ist es anders, der Text richtet sich an alle Frauen. Sofort rufe ich im Wahlkreisbüro an und werde auf die Warteliste gesetzt, ein paar Tage später steckt die Einladung im Kasten, ich freue mich, erzähle Jedem von meinem kommenden, besonderen 100. Frauentag und werde ein wenig beneidet. Um 8.30 Uhr soll ich an der Lichtenberger Geschäftsstelle sein, stelle den Wecker, fahre viel zu früh los und komme doch noch in Schwierigkeiten. Ich stecke im Baustellenstau auf der B1. Wenn sich überhaupt etwas bewegt, dann immer mal  für dreißig Meter mit 20 km/h. Abbiegen ist nicht möglich. Ich werde nervös: Der Bus soll eine viertel Stunde nach der Treffzeit abfahren, das werde ich gerade noch schaffen! Die Autos stehen. Wäre ich doch nur mit der U-Bahn gefahren! Die Zeit rückt vor, die Autos kaum. Schlimmstenfalls fahre ich der Delegation zum Bundestag hinterher! Aber werden die mich da rein lassen? Zwei Minuten vor der Abfahrtzeit erreiche ich den Bus und lasse mich erleichtert auf einen freien Platz fallen. Durch den Tag werden wir von Thomas Knuth begleitet, seine witzige Art sich als Nichtberliner und dabei ausgezeichneter Kenner der Stadt darzustellen,  kommt gut bei uns an. Später merke ich: den kenne ich schon, habe sein Handbuch für Neuberliner gelesen. Vor dem Einlass in den DeutschenBundestag werden wir streng wie auf dem Flughafen kontrolliert. Was sein muss, muss sein. Wir betreten das erste von vielen Häusern, das Marie-Elisabeth-Lüders- Haus,  und werden in das Veranstaltungsfoyer geführt. Ich sehe Glas, Glas und Glas. In großer Höhe schweben Fensterputzer an den Wänden. Zwei schmale Brücken verbinden uns mit dem benachbarten Glaspalast. Hoffentlich müssen wir nicht dahinüber! Alles ist ganz modern, futuristisch, miteinander verbunden, zugleich durchschaubar und verwirrend. Die bekannte alte Reichstagsfassade sehen wir hier nicht. Draußen segelt ein junger Mann auf  einem Liegefahrrad vorüber. Ein Mensch mit riesigem Hut, wie Zille, geht vorbei und auf der zwischen grauen Steinen eingezwängten Spree schippert ein Dampfer mit dem bezeichnenden Namen Argusauge heran. Sektfrühstück. Wir sitzen an langer Tafel, Gesine erscheint. Gut sieht sie aus in ihrem schwarzen Kostüm, begrüßt uns herzlich und nach dem obligatorischen Schluck auf den Frauentag erzählt sie frisch und locker von ihrer Arbeit als Abgeordnete, von den wechselnden Wochen in diesem Haus und in  den Wahlkreisen, von der Verteilung der Redezeiten im Parlament zwischen den bekannten Vertretern der Fraktion der Linken und denen, die bekannt werden möchten und  auch sollen, von der Zeit mit Petra Pau allein im Bundestag, von den anderen Fraktionen und, und, und... Sie sagt: „Jeder Abgeordnete denkt, er sei im wichtigsten aller Ausschüsse: Bei mir stimmt`s!“ Wir lachen  und da sie im Haushaltsausschuss arbeitet, glauben wir das auch. Fragen werden gestellt. Klar und unverschnörkelt kommen die Antworten. Eine Frau sagt: „Ich weine in meiner Küche, wenn ich dich im Fernsehen sehe, im Radio höre, weil du mir so ganz aus dem Herzen sprichst!“ Ich bin beeindruckt, weil sie nicht duldet, dass ihre junge Mitarbeiterin Katrin, die die Kinderzeitung „Zuckiti“ vorstellt,  dabei auf einer Stufe unter ihr stehen bleibt. Nun beginnt der Weg durch den Bundestag, alles einsehbar und doch für mich unüberschaubar, gläserne Fahrstühle auf und ab. Gesine nimmt die Treppen. Wirklich müssen wir über eine der schmalen Brücke in schwindelnder Höhe von Haus zu Haus  die Spree überqueren. Bloß nicht nach unten sehen! Ich schaffe es, es ist mein Hochgefühl über diesen Tag, das mir, die sonst  solcherart Höhen meidet, hilft? Alles dürfen wir ansehen: die Sitzungssäle der Ausschüsse, den Plenarsaal, begreifen die Abstimmungsverfahren und sehen die Türen für die Hammelsprungabstimmung, die ihren Ursprung in Odysseus List, die Krieger unter Bäuchen der Widder an dem geblendeten  Zyklopen vorbei zu schmuggeln, hat. Es gibt einen Andachtssaal, den Raum der Stille, für alle Religionen mit einem Quader aus Granit, der ebenso Opferstein wie Altar sein kann, darauf ein abgelegtes Holzkreuz, das nur bei Bedarf vorübergehend aufgerichtet wird. Schräg im Raum  verläuft eine nach Mekka gerichtete Gebetsstufe. An den Wänden hängen Tafeln mit suggestiven Bildern aus Nägeln, Sand und Asche, seitlich fällt indirektes Licht in den Raum, schafft eine meditative Atmosphäre. Im nördlichen Innenhof findet sich die Inschrift: „Der Bevölkerung“. Sie ist  umgeben von Erde, die die Abgeordneten aus ihren Wahlkreisen mitgebracht haben. Spontaner Pflanzenwuchs hat sich daraus entwickelt. Er  steht für die Kraft der nichtdeutschen Bevölkerung unseres Landes, stellt symbolisch Gerechtigkeit zur alten Reichstagsaufschrift: „Dem deutschen Volke“ her. Viel  ließe sich noch sagen, beeindruckend der Einklang von liebevoll Erhaltenem, wie den Inschriften der sowjetischen Soldaten nach Eroberung des Reichstages 1945 und der funktional  kühlen   schönen Neugestaltung des Bundestages. Fototermin mit unserer Abgeordneten auf der Dachterrasse unter der Reichstagskuppel. Während  Gesine nun nach Stuttgart  zum politischen Aschermittwoch muss, beginnen wir den Aufstieg  in der Kuppel mit Rundblick über die ganze Stadt. Hier geht es ohne Höhenangst, ich fühle mich sicher hinter allem Glas. Warum aber bleiben die Leute an einzelnen Plätzen gedrängt stehen? Wir haben einen Audio-Guide an Hals und Ohr, er macht aufmerksam auf markante Punkte und Gebäude, die uns bei der späteren Stadtrundfahrt erneut begegnen. Mittagessen am Gendarmenmarkt, interessante Gespräche mit Gleichgesinnten am Tisch! Einziges Ärgernis wird für uns im Deutschen Dom die Ausstellung zur Entwicklung der parlamentarischen Demokratie. In fünf Ebenen sind die Epochen des deutschen Parlamentarismus  dargestellt. Instinktlos sind  NS-Staat und  „Scheinparlamentarismus“ der DDR auf einer Ebene angeordnet. Wir sind nun solcherlei Verletzungen gewöhnt, aber wir akzeptieren nicht. Natürlich gelingt es unserer linken Frauengruppe nicht, dem Erklärer, einem  jungsiegfriedähnlichen  Angestellten unsere Verärgerung begreiflich zu machen. Er redet Blasen über Konzeption und Platzaufteilung, kann oder will nicht verstehen. Ich gehe resigniert - der ist nicht zu überzeugen- vorzeitig aus dem Dom. Ein paar Unermüdliche kämpfen weiter. Ein Schatten ist auf den schönen Tag gefallen, ein Schatten der immer da ist, seit zwanzig Jahren. Er dringt noch  beim Abendessen, zu dem uns die Lichtenberger Bürgermeisterin herzlich begrüßt, durch die Gespräche der Frauen mit ihren gebrochenen Biografien. Aber dennoch  fahre ich mit der Gewissheit nach Hause, es gibt viele Gleichgesinnte. Wir haben uns nichtgebeugt, sind nicht verbogen, wir sind da und im Geschenkbeutel zum heutigen Tag steckt das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland mit dem Artikel 3 (3): „Niemand darf wegen […] seiner Heimat und Herkunft […] benachteiligt werden“.

Hönow, den 09.03.2011                     

 

8.3.2011, Einhundert Jahre und kein bisschen altmodisch

Auch in diesem Jahr lud Gesine Lötzsch anlässlich des 100. Internationalen Frauentags zum Sektfrühstück in den Deutschen Bundestag. An vier Tagen hatten die rund zweihundert Damen die Gelegenheit, bei strahlendem Sonnenschein und abseits der Touristenpfade einen Blick hinter die parlamentarische Kulisse zu werfen. Sie konnten es sich einen ganzen Tag lang bei politischen Gesprächen, gutem Essen, Kulturprogramm und Busrundfahrt richtig gut gehen zu lassen. Natürlich war das auch die Gelegenheit, Gesine persönlich zu treffen und alle Fragen an sie zu richten, die man ihr schon immer einmal stellen wollte. Selbst der große Stromausfall mit all seinen Unannehmlichkeiten konnte die gute Laune unserer Gäste nicht trüben und wurde fröhlich überstanden.

Unsere Spendensammlung übertraf alle Erwartungen – ca. eintausend Euro können nun der Kinderzeitung „Zuckiti“ und den Frauenförderprojekten von SODI e.V. übergeben werden. Ein herzliches Dankeschön noch einmal an alle Teilnehmerinnen! (ak)

 

8.3.2011, "Wir haben doch Kondition"

Wie jedes Jahr feierte Gesine heute den Internationalen Frauentag gemeinsam mit Frauen aus ganz Deutschland im Bundestag. Die Linke kämpft seit langem und nicht nur am Frauentag gegen Altersarmut und schlechte Bezahlung – Probleme, von denen vor allem Frauen betroffen sind. Das Feiern und die Einladung zum Frauentag soll  auch die Leistung vieler Frauen gebührend würdigen.

Obwohl der Stromausfall im Regierungsviertel auch den Plan der Besuchergruppe ein wenig veränderte, nahmen dies die vielen Damen trotz Fahrstuhlstörung stets gelassen: „Wir haben doch Kondition“ meinten einige nur und genossen das Frühstück und die Führung durch weite Teile des Bundestages mit Gesine. Die Sonne und ein Erinnerungsphoto auf der Reichstagskuppel rundeten den Besuch im Bundestag frühlingshaft ab.

Nach einem Mittagessen stand die Bundeszentrale für politische Bildung auf dem Programm, mit einer Diskussion über die aktuelle Situation im Nahen Osten und Nordafrika. Bis Freitag wird Gesine weitere Frauen anlässlich des Frauentages in den Bundestag einladen. Insgesamt werden dann ca. 200 Frauen empfangen worden sein.

Das Frauen bei der Linksfraktion im Bundestag keine Randfigur sind zeigt übrigens auch die Statistik: Knapp 53 % der Abgeordneten der Linken im Bundestag sind Frauen (Sebastian).

 

 

11.3.2010, Reisen für Alle: Vision oder Illusion?

Im vergangenen Jahr verreisten so viele Deutsche wie seit Jahren nicht mehr. Dies ergab die aktuelle deutsche Tourismusanalyse der Stiftung für Zukunftsfragen. Der Ruf der Deutschen, Reiseweltmeister zu sein, hat sich offenbar wieder einmal bestätigt. Doch sind Urlaub und Erholung bei weitem nicht allen Menschen in unserem Land vergönnt.

Mit diesem Thema beschäftigte sich eine von der Fraktion DIE LINKE im Bundestag organisierte Fach-Konferenz im Rahmen der diesjährigen ITB in Berlin. Unter dem Titel „Reisen für Alle: Vision oder Illusion“ diskutierten die Teilnehmer über die Frage, wie der Sozialtourismus in Deutschland und international helfen kann, vielen Menschen aus sozial schwachen Verhältnissen einen Urlaub zu ermöglichen.

Denn – wie Gesine in Ihrer Begrüßungsrede betonte – ist die einschlägige Statistik bezeichnend: Während im Jahr 2010 ca. 79% der Besserverdienenden in den Urlaub fuhren, konnte sich unter den Geringverdienern nur jeder Dritte (31%) eine mehrtägige Reise leisten. Die Spaltung der Gesellschaft, die Ausgrenzung sozial Benachteiligter, macht auch vor der Tourismusbranche nicht halt. Die Möglichkeiten, sich zu erholen, zu bilden und etwas für die Gesundheit zu tun, sind sehr ungleich verteilt. Dabei sind vor allem auch Kinder betroffen, deren Eltern sich einen Urlaub einfach nicht mehr leisten können.

Die Gründe hierfür liegen vor allen Dingen in der Politik der jetzigen und der vorigen Bundesregierungen: Hartz IV, Niedriglöhne und die Prekarisierung der Arbeitswelt!

Eine Infrastruktur des Sozialtourismus allein wird die sozialen und ökonomischen Verhältnisse, die ihn notwendig machen, nicht verändern. Dafür benötigen wir grundsätzliche gesellschaftliche Veränderungen. (Jan)