
Noch im alten Jahr luden Gesine Lötzsch und der Regisseur Matthias Merkle zu einem Film- und Diskussionsabend im Jugendclub „Linse“ an der Parkaue ein. Viele jüngere und ältere Besucher nahmen an diesem Tag Platz um sich über die mittlerweile weltweit bekannte „Occupy“-Bewegung austauschen zu können. Unter Namen wie „Occupy Wallstreet“ oder „We are the 99 Percent“ kennt man die Länder-überschwappende Protestaktion aus den Medien und in der öffentlichen Wahrnehmung, doch Matthias Merkle wusste als Begleiter der Anfänge in Spanien noch vieles andere zu berichten. „In seinen vorgestellten Kurzfilmen sollen die Zuschauer einiges über die Geschichte, viel mehr aber noch über den Geist der Bewegung kennenlernen“, so der Regisseur. Dies gelang ihm auch auf recht eindrucksvolle Weise. Die Videobeiträge boten kaum vergleichbare Bilder der „spanish revolution“, die nicht am Rande sondern mitten in der Bewegung entstanden und die anschließende Diskussion der beiden Gesprächspartner öffnete auch unter Beteiligung des Publikums den Blick für theoretisch-philosophische Grundlagen aus Stéphane Wessels „Empört Euch“ sowie für bereits errichtete Protestversuche in Deutschland mit Camps am Alexanderplatz („aCAMPada Berlin“) und aktuell am Bundespressestrand. Über den Abend öffnete sich Teilnehmenden die Quintessenz jeder der weltweiten Bewegungen und der Grund für die parallelen Umbruchproteste: der freie absichtslose Austausch für Freiheit und Gerechtigkeit, der kooperativ statt in Konkurrenz gelebt wird, vereint nicht nur gegenwärtig die Forderungen in unserer Gesellschaft sondern zu jeder Zeit die aller Menschen (AJ).
Mal ehrlich –wer von uns kennt spontan drei Dinge, die für Abchasien typisch sind? Seit vergangenem Montag wissen wir mehr darüber. Als Jahresabschlussgast der Lesereihe geDRUCKtes hatte Gesine diesmal die abchasische Köchin und Buchautorin Violetta Rudat in den Rosa-Luxemburg-Saal eingeladen. In gemütlich vorweihnachtlicher Atmosphäre stellte diese ihr Buch „Die Küche der Langlebigen“ vor, das weit mehr ist als ein schlichtes Kochbuch. Es ist ein liebevolles Porträt ihrer Heimat Abchasien. Wir erfahren etwas über die Geschichte des Landes, über die Kultur und dazu vieles über die traditionelle abchasische Lebensphilosophie „Apsuara“.
Violetta erzählte uns, dass sie seit mehr als zwanzig Jahren mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen in Berlin lebt, und wir merkten, dass sie ihre Kultur, ihre temperamentvolle Lebensart und vor allem ihre Gastfreundschaft, eben ein kleines Stück Abchasien, mitgebracht hat und hier verbreitet. Violetta, die eigentlich Kulturhistorikern ist und in Moskau promoviert hat, arbeitete später hier viele Jahre an der Humboldt-Universität als Dozentin. Jetzt betreibt sie seit fast einem Jahr sehr erfolgreich ein abchasisches Spezialitätenrestaurant unweit des S-Bahnhofs Halensee in der Georg-Wilhelm-Straße 18.
Natürlich hat sie uns nicht nur von ihren Köstlichkeiten berichtet, sondern gleich tellerweise Beweise für ihr Können mitgebracht. Da gab es pikante, mit Walnusscreme gefüllte Auberginenröllchen, ihre berühmten Käseschiffchen, wunderbare Kuchen und vieles mehr, dazu kosteten wir georgischen Wein.
Wer so isst und trinkt, muss einfach mindestens 100 Jahre alt werden - dass diese Küche zur weltbekannten Langlebigkeit im Kaukasus beiträgt, glauben wir nun unbenommen.
In diesem Sinne schließen wir uns Gesines Schlusswort an und wünschen allen ein langes Leben, fröhliche Weihnachten und einen wunderbaren Start ins neue Jahr! (Tanja + Antje)
Tour in der Silvesternacht
Seit einigen Jahren besuche ich gemeinsam mit Christina Emmrich, langjährige Bürgermeisterin und jetzt Stadträtin für Jugend und Gesundheit, einige der vielen Menschen in Lichtenberg, die in der Silvesternacht arbeiten. Wir wollen ihnen damit unsere Wertschätzung ausdrücken - und außerdem erfahren wir in Gesprächen in dieser besonderen Nacht oft Interessantes, das bei einem offiziellen Arbeitsbesuch nicht zur Sprache kommt. Zum letzten Mal begann unsere Tour bei der Polizei in der Rathausstraße. Zum letzten Mal, weil demnächst endlich der Umzug in ein Gebäude ansteht, das bessere Arbeitsbedingungen bietet. Zweite Station war die Rettungsstelle des Sana-Klinikums, Standort Oskar-Ziethen-Krankenhaus. Weil es noch vor Mitternacht war, war es noch ruhig. Die Meldung am Jahresanfang 2012, dass ein Krankenkassenchef kürzere Krankenhausaufenthalte fordert, kam mir nach meinen Mitternachtsgesprächen besonders absurd vor. Weiter ging es zum "Blauen Laden", einer Begegnungsstätte des sozialen Trägers Albatros. Hier wurde schon tüchtig gefeiert. Beindruckt hat mich, dass diese Begegnungsstätte auch am gesamten Wochenende und an allen Feiertagen geöffnet hat. Die vierte Station war die Rettungsstelle im Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge. Auch hier bereiteten sich alle auf den großen Ansturm nach Mitternacht vor. Zufällig trafen wir dort aber bereits einen Rettungsfahrer der Feuerwehr Hohenschönhausen, die als nächstes auf unserem Plan stand. Dort erlebten wir dann bei Pfannkuchen und Prickelgetränken den Jahreswechsel. Bevor der nächste Alarm kam und alle wieder ausrücken mussten, erzählte uns ein Mitglied dieser Freiwilligen Feuerwehr, dass er von Berlin nach Hamburg gehen musste, um als Berufsfeuerwehrmann ausgebildet zu werden. Nach Mitternacht ging es zu den Polizeiabschnitten in Hohenschönhausen und Friedrichsfelde. Die Kolleginnen und Kollegen hatten viel zu tun - es brannten mehr Wohnungen als in den Jahren zu zuvor und viele häusliche Konflikt waren zu schlichten. Unsere Hochachtung all denen, die in der Silvesternacht für andere da waren. Für alle ein gutes Jahr. Die nächste Silvestertour ist schon geplant. (Gesine)
Die alljährliche Neujahrskarte von Gesine mit den besten Wünschen für das kommende Jahr ist gedruckt. Mehrere tausend Neujahrsgrüße werden jetzt wieder an Lichtenbergerinnen und Lichtenberger verteilt und versendet. Auch diesmal ist das Photo im Tierpark Friedrichsfelde entstanden - mit einem jungen Tigerbaby. Zudem gibt es wieder ein Gewinnspiel und u.a. alle Kontaktdaten von Gesine als direkt gewählte Bundestagsabgeordnete, nach dem Motto: direkt gewählt, direkt erreichbar. Gestern begannen wir auch mit dem Verteilen im Bezirk. Im vorweihnachtlichen Karlshorst und Friedrichsfelde haben wir viele Karten den Bürgern in die Briefkästen bzw. in die Hand geben können (sk).

Im Namen der Bundestagsfraktion überreichten Gesine Lötzsch und Halina Wawzyniak heute Sachspenden der Abgeordneten und Mitarbeiter an Jenny de la Torre. Die Ärztin behandelt seit 1994 obdachlose Menschen und gründete die gleichnamige Stiftung. Erst vor kurzem wurde sie mit einem 50.000 Euro dotierten Preis ausgezeichnet. „Davon haben wir ein fast neuwertiges und dringend benötigtes Ultraschallgerät angeschafft“, sagte sie heute stolz. Seit vielen Jahren werden von ihr und weiteren Medizinern und Sozialarbeitern in der Pflugstraße 12 Obdachlose behandelt und betreut. Morgen wird es für sie eine Weihnachtsfeier geben, bei der die Spenden von heute überreicht werden. Weitere Informationen über das Engagement der Stiftung gibt es hier. (nw)
Ein schöne Tradition pflegt Gesine seit mehreren Jahren mit der Bäckerfamilie Rauch, wenn wir mit Kitakindern die Backstube besuchen. Perfekt ausgestattet mit Schürzen und Mützen machten sich dieses Mal die Kinder der Kita Montessori-Haus Neustrelitzer Straße vom Kitaeigenbetrieb Nord Ost ans Werk. Es wurde geknetet, ausgestochen, verziert und natürlich genascht. Nebenher bleibt auch immer genug Zeit für ein Gespräch über den Nachwuchs im Bäckerhandwerk und wie es die Bäckerei Rauch eigentlich schafft, neben der Konkurrenz zu bestehen, die viel mit Aufbackautomatik arbeitet. Qualität zahlt sich eben aus. So beliefert die Bäckerei auch einige sehr edle Geschäfte in der Stadtmitte. Gutes Gelingen weiterhin wünschen wir und freuen uns schon auf den nächsten Besuch.(KP)
Der „Sozialwerk Berlin e.V.“ feiert ein beeindruckendes Jubiläum, und Gesine gratulierte dazu heute insbesondere der Begründerin Käte Tresenreuter. Es ist ihr gelungen, das traditionelle Bild vom alternden Menschen grundlegend zu verändern. Sie und ihr Team zeigen, dass lange Lebenserfahrung für eine Gesellschaft ein kostbares und unverzichtbares Gut ist. 40 Jahre Sozialwerk haben aber nicht nur in Berlin, sondern mittlerweile in der gesamten Bundesrepublik und in Europa unübersehbare Spuren hinterlassen.
Jeder, der ihr „Schlösschen“ in der Berliner Humboldtstraße betritt, spürt und sieht sofort, wie wichtig den Akteuren das Thema Würde im Alter ist. Und man verlässt das Haus fast immer mit neuen Denkanstößen und einem ordentlichen Motivationsschub.
Noch im November 1989 gründete „Sozialwerk Berlin e.V.“ den Arbeitskreis „Selbsthilfe älterer Menschen in den neuen Bundesländern“. Unsere PDS-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus hat Käte Tresenreuters ausgestreckte Hand zur Zusammenarbeit gern angenommen. Unterschiedliche politische Anbindungen trennten nicht, der gemeinsame Wille zur Umsetzung von Projekten verband. Das haben wir als DIE LINKE in der Berliner Regierung fortgesetzt und werden es auch jetzt in der Opposition nicht aufgeben.
Gestern war der Tag des Ehrenamtes. Es war sozusagen Käte Tresenreuters Tag, denn besonders beeindruckend ist das große ehrenamtliche Engagement im Sozialwerk Berlin e.V. Friedrich Schiller hat einmal gesagt: „Wir könnten viel, wenn wir zusammenstünden.“ Mit ihrer Arbeit übertragen Frau Tresenreuter sowie all ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter diesen Satz Tag für Tag aus dem Konjunktiv in die Wirklichkeit. So ist es nur angemessen, dass das ehemalige „Schlösschen“ vom heutigen Tage an „Käte-Tresenreuter-Haus“ heißt.
Welchen besseren Anlass als das 40-jährige Jubiläum des Sozialwerk Berlin e.V. gäbe es, ihr zu danken für ihr beharrliches und selbstloses Tun zum Wohle einer ganzen Generation. Der Dank gebührt natürlich auch all den ehrenamtlichen Engagierten.
Wir wünsche dem Verein eine große Öffentlichkeit weit über den heutigen Tag hinaus sowie weiterhin viel Erfolg und Lebensfreude bei seiner Arbeit. (Tanja + ak)
Bei Sekt und Käsekuchen haben wir gestern die Ausstellung der Bilder von Hannelore Schmiedgen eröffnet. Den Käsekuchen spendierte die Villa Käsekuchen, denn "die Bilder haben wir zuerst gezeigt". Ja, und jetzt zieren sie nicht nur das Bürgerbüro, sondern können auch noch längere Zeit bei uns betrachtet werden während der Öffnungszeiten am Montag zwischen 12 und 17, Mittwoch von 10 bis 18, Do zwischen 10 und 16 sowie Freitag von 10 bis 14 Uhr. Landschaften, Blumenmotive, Stillleben und Abstraktes in Öl und Aquarell - die Bandbreite ist groß und es lohnt sich sehr, sich für diese Bilder ein wenig Zeit zu nehmen.Ein Basar am Rande der Vernissage lockte zum Handeln. Da es jedoch ein Tauschbasar war, blieb die Geldbörse in der Tasche. Jetzt stellte sich natürlich die Frage, wie ich in den Besitz von dem ein oder anderen schönen Keramikwerk von Frau Schmiedgen, Bücher von Gesine Lötzsch oder anderem gelangen kann. Beim Tauschen steht das soziale Miteinander im Vordergrund. Was habe ich noch übrig, was könnte ich leisten für dich, damit ich das in Anspruch nehmen kann, was du zu bieten hast? Im Bürgerbüro gibt es jetzt eine Art Tauschschrank. Sie können also gerne vorbeikommen, etwas reinstellen und sich im Gegenzug etwas nehmen. Dienstleistungsangebote sind auch möglich. (KP)
Mehrere tausend Menschen demonstrierten am Samstag in Bonn gegen den Krieg in Afghanistan: Heute beginnt in der ehemaligen Bundeshauptstadt die internationale Afghanistan-Konferenz in Bonn und Petersberg. Zehn Jahre nach der ersten Petersberg-Konferenz im Dezember 2001 sollen die Weichen für eine Intensivierung des Krieges bis 2014 gestellt werden. In Zukunft sollen vermehrt afghanische Militärs und Polizisten ausgebildet werden, um stellvertretend für die NATO den Krieg fortzusetzen. Es gab und gibt also gute und gewichtige Gründe, gegen die Afghanistan-Konferenz der Bundesregierung zu protestieren. Das Protestprogramm am Samstag war bunt und kämpferisch zugleich. Am Vormittag versammelten sich trotz strömenden Regens tausende Menschen im Bonner Hofgarten, um gegen die Fortsetzung des Krieges zu demonstrieren. Vertreter von Ärzte-Organisationen machten auf der Demo z.B. auf die katastrophale Situation der leidenden Kinder in Afghanistan ausfmerksam. Dieser Aspekt, so die Ärzte, wird in der Konferenz höchstens am Rande behandelt. Gesine sprach in der Bonner Innenstadt von einem Lautsprecherwagen aus. Sie machte noch einmal deutlich, dass nur der Bundestag die Soldaten zurückholen könne. Am Abend lud DIE LINKE zu einer Podiumsdiskussion auf dem Rhein ein. Anti-Kriegs-Aktivisten, u.a. aus Griechenland, den USA und Deutschland fanden zusammen, tauschten Erfahrungen aus und sprachen über ihre Regierungen, die sich den Kapitalinteressen unterordnen. Obwohl die Teilnehmer nicht in allen Fragen immer die selbe Auffassung vertraten, zeigte nicht zuletzt das gut besuchte Fest des Widerstands wie groß der internationale Zusammenhalt gegen die Politik der Kriegsbefürworter ist. (nw)