
Unter vielen richtigen Einsendungen hat Gesine Lötzsch heute die Gewinner des Preisrätsels „Agnes“ ermittelt. Gefragt hatten wir nach dem Namen des Mopeds, mit dem Schwester Agnes aus der gleichnamigen Fernsehserie durch die Dörfer zu ihren Patienten fuhr. (DIE LINKE macht sich dafür stark, dass die Gemeindeschwester in Gegenden mit mangelnder ärztlicher Versorgung wieder zum Einsatz kommt.) Die richtige Antwort „Schwalbe“ wussten u.a. Helmut Holfert, Rosemarie Heyer, Christel Lehfeld, Helga Georgi Schulze und Barbara Meinck, die sich jeweils über ein Exemplar des Buches „Gemeindeschwestern erzählen“ von Marion Heinrich freuen dürfen. Viel Spaß beim Lesen! (Norman)
Am Abend empfing die Fraktion DIE LINKE im Lichtenberger Theater an der Parkaue die Botschaftsvertreter der vier alliierten Länder, die am 8. Mai 1945 Deutschland vom Faschismus befreiten. Umrahmt von einem grandios aufspielenden Orchester, einer überaus charmanten und vielgelobten jungen Moderatorin, kurzen Theater- und Kinosequenzen hielten Gesine, Klaus Ernst und die vier Botschaftsvertreter Reden auf den 8. Mai . Ganz abgesehen von dem Eigenreiz der vier Dialekte und der vier Blickwinkel auf den Verlauf des Sieges über den Hitlerfaschismus war man sich in vielem einig: In der Definition des 8. Mai als „Tag der Befreiung“, in der Warnung vor heutigen neofaschistischen Bewegungen und in der Lobpreisung des großartigen des Publikums und des eindrucksvollen Orchesters. Das ausverkaufte Haus erlebte eine Veranstaltung, die ihres gleichen sucht. Backstage vervollständige im Anschluss der Fraktionsvorsitzende, Gregor Gysi, den erlesenen Kreis der Prominenten und dankte im Namen der Fraktion und des deutschen Volkes dem anwesenden Ehepaar Johanna und Horst Behrendt für ihren mutigen Schritt, 1944 aus der deutschen Wehrmacht zu desertieren und sich der Roten Armee anzuschließen.
Für viele Besucher endete dieser Abend nicht im Theater, sonder in einem Kaffee oder einer Bar in seiner Nähe. Auch wir jungen Menschen stießen Mitternacht auf den Tag der Befreiung an und beließen es nicht bei diesem einen Glas. So kam es, dass ich am nächsten Morgen noch etwas schlaftrunken, Gesine zur Kranzniederlegung zum Sowjetischen Ehrenmal in die Küstriner Straße in Berlin-Lichtenberg begleitete, wo Schülerinnen und Schüler der Gutenberg-Schule ein Kulturprogramm zu Ehren der gefallenen Soldaten der Roten Armee und anderer Opfer des Zweiten Weltkrieges aufführten. Auf dem nahen Friedhof der St.-Hedwigs-Gemeinde legte Gesine, zusammen mit der Bezirksbürgermeisterin und anderen Bürgern, auch Blumen für gefallene polnische Zivilisten nieder.
Am heutigen Montag endete die Reihe der Veranstaltungen rund um den 8.Mai, von denen hier nur eine Auswahl zur Sprache kam: Beim „Lesen gegen das Vergessen“ auf dem Bebel-Platz erinnerten die fast 100-jährige Schriftstellerin Elfriede Brüning, die Schauspieler Walfriede Schmitt und Wolfgang Völz, die Linken-Abgeordnete Lukrezia Joachimsen und Roland Claus, die Fussballweltmeisterin Anja Mittag, viele weitere Prominente sowie Schülerinnen und Schüler mehrerer Berliner Schulen mit ihren Lesebeiträgen an die Bücherverbrennung an diesem und weiteren Orten vor 77 Jahren. Bei fast winterlicher Kälte erlebten die zahlreichen Besucher eine vielstimmige Bücherlesung, die so schnell keiner vergessen wird…Tinko
Feierlich wurde heute der Gedenkstein zu Ehren Erwin Nöldners und anderer Antifaschisten und Kriegsgegner aus dem Rummelsburger Kiez übergeben.
An zentraler Stelle zwischen Lückstraße und S-Bahnhof Nöldnerplatz erinnert nun ein Granitstein mit gravierter Stahltafel an die vielen Nazi- und Kriegsgegner, die in dem ehemaligen Arbeiterviertel Rummelsburg aus unterschiedlichen politischen Beweggründen Widerstand geleistet hatten und diesen mit dem Leben bezahlen mussten. Der Gedenkstein ehrt namentlich Hans Krüger, Wilhelm Martinke, Erwin Nöldner, Walter Riedel sowie Käthe und Felix Tucholla. Die Verwirklichung des Gedenkortes wurde u.a. durch einen Spendenaufruf des Vereins Zivilcourage vereint e.V., dessen Vorsitzende Gesine Lötzsch ist. Aus über 70 Einzelspenden und mit einer Zuwendung der HOWOGE konnte der Gedenkort finanziert werden. Anteilig fanden Mittel aus dem Lichtenberger Fonds für Erinnerungskultur Verwendung, mit dem jährlich das Lichtenberger Gedenktafelprogramm realisiert wird. Die Gesamtkosten betrugen 10.000 Euro. Mit der Übergabe des Gedenksteins wird ein Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung aus dem Jahr 2006 umgesetzt. Auf Anregung der Bürgerschaft sollte auf dem nach Erwin Nöldner benannten Platz ein öffentlicher Hinweis und die Ehrung des Antifaschisten ermöglicht werden. Erwin Nöldner wohnte in der Türrschmidtstraße, war Schlosser und Sportler bei Sparta Sportliche Vereinigung, heute SV Sparta Lichtenberg 1911. Im Juli 1944 wurde er verhaftet und am 6. November 1944 in Brandenburg hingerichtet. (Norman Wolf, Bezirksamt Lichtenberg)