Gesine Lötzsch überreichte einen Scheck über 750 Euro an das Sozialwerk in der Hagenstraße. Das Geld wird die Einrichtung, die sich um die Belange Obdachlosen kümmert, für die Anschaffung eines neuen Busses verwenden.
„Werden die Glühbirnen ausgetauscht?“ fragten einige Anwohner. Doch es waren nicht die Glühbirnen, sondern Müllgesichter, die Kinder der Kietzoase – einem Kinder- und Jugendtreff im Nachbarschaftshaus „Ahrenshooper“ in dem sich auch Gesines Bürgerbüro befindet – an die Laternen brachten. Gemeinsam zogen die Kinder in der letzten Woche los, um Müll im Ostseeviertel zu suchen. Erfreulicherweise wurde im Kiez nicht sehr viel Abfall gefunden. Nur einige Flaschendeckel, Plastikbehälter und Korken konnten gesammelt werden und wurden anschließend zu lachenden Müllgesichtern verarbeitet. Diese haben die Kinder heute, in Anwesenheit des Lichtenberger Bezirksstadtrates Michael Räßler-Wolff (Die Linke) an die Laternen gebracht.
Das Projekt wurde initiiert von dem Verein Gemeinsam in Lichtenberg e.V., der Kietzoase und der Künstlerin Elisa Garrote Gasch vom Verein KUNST-STOFFE- Zentralstelle für wiederverwendbare Materialien - e.V. Die Kinder der Kietzoase, mit denen Gesine schon einige Projekte zusammen gestaltet hat, haben nicht nur Neu-Hohenschönhausen sauberer gemacht, Wertstoffen ein zweites Lebens als Kunstobjekt geschenkt, sondern auch den Kiez mit den lachenden Müllgesichtern schöner gemacht – als Geschenk zum 25. Geburtstagvon Hohenschönhausen. (Sebastian)
Ihre erste Auslandsreise unternahm die neue LINKE-Vorsitzende Gesine Lötzsch nach Schweden, Dänemark, Norwegen und den Niederlanden. Wie sie bereits auf der Pressekonferenz vor Reisebeginn sagte, ging es ihr darum, die Beziehungen zu den erfolgreichen skandinavischen Linksparteien zu vertiefen und ihre Erfahrungen bei der Vorbereitung und in der Durchführung linker Regierungsbeteiligung zu erörtern.
Die Reise begann mit einer Stipvisite in Stockholm, wo sie mit dem Vorsitzenden der Vänsterpartiet (Linkspartei) Lars Ohly und Parteisekretärin Anki Ahlsten zu einem Abendessen zusammentraf. Sie traf beide mitten im Wahlkampf für die am 19. September stattfindenden Parlamentswahlen. Zusammen mit Sozialdemokraten und Grünen arbeitet die Linkspartei seit langem an einer Ablösung der rechten Regierung. Weit über eine reine Koalitionsaussage hinausgehend, haben die drei Parteien bereits jetzt ein detailliertes Regierungsprogramm für eine künftige rot-rot-grüne Regierung verhandelt. Das ist z.T. auch einer sehr knappen Frist zur Regierungsbildung von zwei Wochen nach den Wahlen geschuldet. Andererseits wissen die WählerInnen so auch sehr konkret, was vom Programm der Parteien umgesetzt wird, wenn sie einer Partei aus diesem Lager ihre Stimme geben. Dementsprechend absolvieren die KandidatInnen zum Teil auch gemeinsame Wahlkampfauftritte. Auf die Frage, wonach die WählerInnen denn entscheiden sollten, welcher Partei des rot-rot-grünen Projektes sie ihre Stimme geben sollten, stellte Lars Ohly klar, dass die Linkspartei mit ihren spezifischen Themen innerhalb des Projektes erkennbar bleibe. Tatsächlich kann sie auf etliche Erfolge in den Verhandlungen verweisen. Gesine Lötzsch wünschte den Wahlkämpfern viel Erfolg für den 19. September.
In Dänemark traf Gesine Lötzsch den Vorsitzenden der Sozialistischen Volkspartei, Villy Søvndal. Auch die Sozialistische Volkspartei arbeitet mit den Sozialdemokraten an einem Programm für eine gemeinsame Regierung, mit der sie bei den Wahlen, die spätestens im November 2011 stattfinden müssen, die rechte Regierung ablösen wollen. Unterstützung erfahren sie dabei von der kleineren Rot-Grünen Allianz, die sich wegen Differenzen vor allem in der Europa- und Migrationspolitik an einer solchen Regierung zwar nicht beteiligen, sie aber bei der Ablösung der Rechtsregierung in jedem Fall unterstützen will.
Migrationspolitik war ein Thema, dass die Parteivorsitzende in allen Ländern ansprach und die jeweiligen Herangehensweisen erfragte. In Norwegen, wo die Sozialistische Linkspartei bereits seit 2005 an einer rot-rot-grünen Regierung beteiligt ist, traf sie dazu mit Audun Lysbakken, dem stellvertretenden Parteivorsitzenden und Minister für Kinder, Gleichstellung und Integration einen kompetenten Gesprächspartner. Mit ihm, vor allem aber mit dem stellvertretenden Parteivorsitzenden und Vorsitzenden der Parlamentsfraktion, Bård Vegar Solhjell, sprach sie auch darüber, wie die unterschiedlichen Erwartungen an eine Regierungsbeteiligung vereinbart und die Aufgaben zwischen Parlamentariern, Regierungsmitgliedern und Partei verteilt und kommuniziert werden können. Mit Parteisekretärin Silje Schei Tveitdal sprach sie über die Organisation der Partei in diesem ausgedehnten Land und über Erfahrungen aus Wahlkämpfen. Im Außenministerium traf sie Entwicklungshilfestaatssekretärin Ingrid Fiskaa.
Bemerkenswert war, dass die an der Regierung beteiligten Parteien in einigen wesentlichen Fragen, wie EU-Mitgliedschaft und Afghanistaneinsatz, durchaus unterschiedliche Positionen vertreten.
In den Niederlanden traf sich Gesine Lötzsch zu einem Gespräch mit dem Generalsekretär der Sozialistischen Partei Hans van Heijningen, dem Fraktionsvorsitzenden in der ersten Kammer Tiny Kox, dem in der zweiten Kammer Emile Roemer und den Abgeordneten Renkse Leijten und Arjan Vliegenthart. Sie berichteten über die Parlamentswahlen im Juni und ihre Bemühungen, eine Regierungsbeteiligung des Rechtspopulisten Geert Wilders und seiner PvV zu verhindern. Dazu hatte Emile Roemer gerade erneut den anderen Parteien die Bildung einer Mitte-Links-Regierung angeboten – leider mit wenig Resonanz bei diesen.
Nach dreieinhalb sehr intensiven Tagen kehrte die Vorsitzende mit vielen neuen Erfahrungen, Wissen und neu geknüpften bzw. erneuerten Kontakten von dieser ersten Auslandsreise zurück.
Der Mörder ist nicht immer der Gärtner
In der Bar am Wasserturm war am Donnerstag kein Stuhl mehr frei. Einige Besucher saßen auf der Treppe und lauschten amüsiert der Lesung des Autors Tim Herden aus seinem Buch „Gellengold“. Der Krimi spielt auf der Insel Hiddensee. Der Autor beschreibt die Insulaner mit viel Liebe und ein bisschen Spott . Einen Mord hat es auf Hiddensee noch nicht gegeben, sagte Tim Herden, der jedes Jahr 6-8 Wochen auf der Insel verbringt, aber doch einige Schnapsleichen. Der Krimi ist die richtige Urlaubslektüre, egal ob man auf Hiddensee oder am Müggelsee Urlaub macht. Ohne zu viel verraten zu wollen: Der Mörder ist nicht der Gärtner.
Baden gehen, mit Ruderbooten auf dem See nach Neptun oder anderen Wesen Ausschau halten, am Lagerfeuer sitzen und Knüppelkuchen backe, und nicht zu vergessen- die abendliche Disco. Ich denke noch sehr gerne an meine Ferienzeit zurück, die so oder so ähnlich viele von uns erlebt haben.
In Klein-Leuthen im Spreewald habe ich heute zwölf Kinder aus meinem Wahlkreis Berlin-Lichtenberg besucht, die dort ihre Sommerferien verbringen. Am Eingang begrüßte mich die zwölfjährige Jasmin. Mit ihrer Schwester kam sie gerade von einer Wanderung zurück und führte mich ganz stolz über das Feriengelände.
Dort stehen dem Verein „Kinder an die Macht“ zwei Häuser zur Verfügung. Seit zehn Jahren organisiert der Verein Ferienreisen für Kinder. Vom Sportplatz über die Spielwiese bis hin zur Freiluft-Kegelbahn gibt es alles, was das Kinderherz begehrt – und das alles in unmittelbarer Nähe des Groß Leuthener Sees.
Der Lichtenberger Verein lebt von dem ehrenamtlichen Engagement seiner Mitglieder. Mario Schalkowski, von Beruf Straßenbahnfahrer, leitet den Verein und fährt regelmäßig in seinem Urlaub als Betreuer mit.
Er ist stolz darauf, was sein Verein in den letzten Jahren geleistet hat: „Wir bieten kostengünstig schöne Ferien an“ –Es ist viel Arbeit, die, wir er sagt, aber „ganz viel Freude bereitet“.
Der Verein wird zudem getragen aus Spenden von Privatpersonen und Institutionen, so zum Beispiel unterstützen ehemalige Teilnehmer die Arbeit von „Kinder an die Macht.“
„Für die Beköstigung sorgen wir selbst und unser Animationsprogramm kann sich sehen lassen“, erklärt Mario.
Meine Spende in Höhe von 2100 Euro hat auch in diesem Jahr wieder dazu beigetragen, dass Jasmin und die anderen Kinder glückliche Ferien verbringen konnten. Deren Eltern beziehen Hartz IV oder ein geringes Einkommen und sind nicht in der Lage, das Geld für die Ferienplätze aufzubringen.
Zusätzlich beteiligten sich Marion Platta (MdA), der Lichtenberger Stadtrat Andreas Prüfer sowie LINKE-Senatorin Katrin Lompscher an der Finanzierung.
Mittlerweile sind auch die anderen Kinder von der Wanderung zurückgekehrt und können es kaum abwarten, von ihren Ferienerlebnissen zu berichten.
Charlene erzählt von einem Indianerfilm und ihrem ersten Taucherlebnis, „aber manchmal vermisse ich Mama schon.“
Vieles von dem, was die Kinder an schönen Erfahrungen machen konnten, ist nur dank der Hilfe von privaten Spenden möglich gewesen.
Wünschenswert wäre, dass viel mehr Kinder davon profitieren könnten. In den festen Hartz IV Regelsätzen für Kinder sind Ferienerlebnisse nicht vorgesehen und kein Arbeitgeber , der einen Mini-Lohn zahlt, fragt danach, ob die Kinder seiner Angestellten schöne Ferien verbringen können.
Es bleibt abzuwarten, ob die Bundesregierung das Urteil des Bundesverfassungsgericht, wonach Kinder von Hartz IV Empfängern besser als bisher gestellt werden müssen, ernst nimmt.