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1.6.2010, »Gabriel hat sich verzockt«

Gesine Lötzsch, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, analysiert die Vorgänge vor und bei der Wahl des Bundespräsidenten am 30. Juni und antwortet mit sachlichen Argumenten auf die aggressive Legendenbildung bei SPD und Grünen. \"In NRW wird sich zeigen, ob SPD und Grüne aus der gestrigen Niederlage etwas gelernt haben\", so Lötzsch.

Wer sind die Gewinner des gestrigen Tages?

Gesine Lötzsch: Luc Jochimsen hat mit einem großartigen Ergebnis überzeugt. Sie hat sogar mehr Stimmen bekommen, als wir Wahlfrauen und Wahlmänner haben. Das zeigt, dass unsere Kandidatin auch aus den anderen Lagern unterstützt wurde. Ich hatte bereits vor der Wahl meine Erwartung geäußert, dass Sozialdemokraten und Grüne, die gegen den Afghanistan-Krieg und gegen Hartz IV sind, Luc wählen müssten. Denn die beiden anderen Kandidaten unterstützen den Krieg und den Sozialabbau in unserem Land. Gewonnen hat auch unsere Partei. Es ist Sigmar Gabriel und Jürgen Trittin nicht gelungen, einen Keil in unsere Delegation zu treiben.

Wer sind die Verlierer des gestrigen Tages?

Es gibt viele Verlierer. Die Kanzlerin und der Außenminister wurden von ihren eigenen Leuten abgestraft. Die Regierung konnte erst im dritten Wahlgang ihren Kandidaten Wulff in das Amt wählen. Damit sind die Regierung und der Bundespräsident beschädigt. Es ist nicht gut für die Demokratie, wenn die Wahl des Bundespräsidenten genutzt wird, um Denkzettel zu verteilen. Aber auch SPD und Grüne gehören zu den Verlierern. Sie haben der Koalition mit Gauck ein konservatives Angebot gemacht und hatten die Hoffnung, dass sie so die Kanzlerin in Bedrängnis bringen oder sogar stürzen könnten. Gabriel hat sich verzockt. Als er merkte, dass die Kanzlerin ihm die kalte Schulter zeigte, weil das Angebot wohl doch nicht verlockend genug war, wollte er plötzlich unsere Stimmen haben. Doch wir haben immer gesagt, dass Joachim Gauck für uns kein wählbarer Kandidat ist. Einen Plan B hatte Sigmar Gabriel nicht.

Hätte DIE LINKE nicht über ihren Schatten springen können, um Wulff zu verhindern?

Ich erinnere an die Wahlniederlage der PDS im Jahre 2002. Unsere Wahlkampfleitung hatte damals das Motto ausgegeben: Stoiber verhindern! Das Ergebnis war, dass linke Wähler die SPD gewählt haben und wir als Fraktion aus dem Bundestag flogen. Wir hatten uns überflüssig gemacht. Das war für die PDS der Supergau. Dann kam Schröder und führte wieder Krieg von deutschem Boden aus und begann mit der Agenda 2010 eine bis dahin unbekannte Umverteilung von unten nach oben. Wir haben Stoiber verhindert und Schröder bekommen. Unsere Strategie war damals offensichtlich falsch. Diesen Fehler haben wir diesmal nicht wiederholt. Wir wählen keinen Kandidaten, der in Kernfragen grundsätzlich andere Auffassungen vertritt als wir. Wir verraten doch nicht unsere Grundüberzeugung, um einen konservativen Politiker durch einen anderen konservativen Politiker zu ersetzen.

Hätten Sie nicht mit der Wahl von Joachim Gauck ein Zeichen setzen, dass Sie mit der Geschichte der SED gebrochen haben?

Joachim Gauck kann uns keine Absolution erteilen. Wir werden uns nie von unserer Geschichte trennen können. Das wollen wir auch gar nicht. DIE LINKE hat ein sehr kritisches Verhältnis zu ihrer Geschichte. Wir unterscheiden uns da von CDU und FDP, die ihre ostdeutsche Geschichte komplett ausgeblendet haben.

Hat DIE LINKE damit die Chancen für Rot-Rot-Grün auf Bundesebene verspielt?

Ganz im Gegenteil. Joachim Gauck hat sich ganz klar gegen eine solche Koalition ausgesprochen. Man stelle sich vor, wir hätten ihn gewählt. Dann hätte er aus dem Schloss Bellevue zusammen mit der Springer-Presse gegen eine solche Koalition gewettert. Dann hätten wir keine Chance gehabt. Hinzu kommt noch, dass SPD und Grüne jetzt hoffentlich verstanden haben, dass wenn wir nein sagen, auch nein meinen. Ich bin mir sicher, dass wir einen gemeinsamen Kandidaten gefunden hätten. Doch das war von SPD und Grünen nicht gewollt. Sie haben uns einen Kandidaten vorgesetzt, bei dem sie vorher wussten, dass er für uns nicht wählbar ist. Das SPD-Grüne-Motto ‚Friss oder stirb’ hat sich offensichtlich nicht bewährt. DIE LINKE ist sofort bereit, mit SPD und Grünen einen neuen Anlauf zu wagen. Voraussetzung ist, dass wir auf Augenhöhe verhandeln. In NRW wird sich zeigen, ob SPD und Grüne aus der gestrigen Niederlage etwas gelernt haben.

Quell: linksfraktion.de, 1. Juli 2010

1,7.2010, Deutschlandradio

Gabriel hat sich verzockt, stellt Gesine Lötzsch angesichts der fehlenden Mehrheit für den Präsidentschaftskandidaten von Rot-Grün, Joachim Gauck, fest. Die SPD hatte die Chance, einen gemeinsamen Kandidaten mit der Linken zu benennen, doch sie hat sich für einen Alleingang entschieden. Zum Interview  

‚©birgit / PIXELIO'

 

26.6.2010, Deutschlandradio

DIE LINKE teilt nicht die Ansichten des Bundespräsidentenkandidaten Gauck zum Afghanistaneinsatz sowie zum Finanzkapitalismus. Soziale Gerechtigkeit sei für ihn nicht das wichtigste Thema, so der Bewerber. Im Interview mit dem Deutschlandradio begründet Gesine Lötzsch ihre Position.Interview lesen

25.6.2010, Neues Deutschland

»Der Regierung besonders fern«

Wie lebt es sich in Ostdeutschland? Eine Umfrage im Auftrag der LINKEN gibt Aufschluss

»Leben in den neuen Bundesländern 2010« lautet der Titel der Erhebung, die Gesine Lötzsch, Parteivorsitzende der LINKEN, und der Forscher Reinhard Liebscher in Auszügen in Berlin vorstellten.  Weiterlesen

28.6.2010, Tagesschau

Der Wille, die Finanzmärkte zu bändigen, ist völlig abhanden gekommen, stellt Gesine Lötzsch angesichts des erfolglosen G20-Gipfels in Toronto fest. Sendung ansehen

24.6.2010, Berliner Zeitung
"Man darf die Wahl des Bundespräsidenten nicht überhöhen"

Im Interview mit der Berliner Zeitung erläutert Gesine Lötzsch, warum Luc Jochimsen die bessere Kandidatin für das Bundespräsidenamt ist und erklärt, warum Rot-Rot-Grün dennoch eine politische Option bleiben muss. Interview lesen

‚©birgit / PIXELIO'

 

17.6.2010, Superillu
Die linke Antwort auf Wulff und Gauck: Luc Jochimsen

Nein der LINKEN zu Gauck - eine verpasste Chance?

Von Gesine Lötzsch

 

Ist Joachim Gauck ein Kandidat der Opposition? Nein, von einem Kandidaten der Opposition erwartet ich klare Positionen zu unwürdigen Niedriglöhnen, zu Rentenkürzungen und zum Krieg in Afghanistan. Ich habe Joachim Gauck nie auf einer Anti-Hartz-IV- oder auf einer Friedensdemonstration gesehen. Ich habe von ihm noch nie ein kritisches Wort zur längst überfälligen Angleichung der Ost- an die West-Renten gehört.

Ist Joachim Gauck ein Versöhner? Nein, er hat Menschen willkürlich in Opfer und Täter eingeteilt. Eine Köchin des MfS wurde aus dem öffentlichen Dienst gekündigt (Täterin?) und 72 MfS-Mitarbeiter (Opfer?) wurden von Herrn Gauck unbefristet in seiner Behörde eingestellt. Der einstige hessische SPD-Innenminister Horst Winterstein sprach vom „evangelischen Großinquisitor“, der eine „öffentliche Treibjagd“ auf unbequeme Leute veranstaltete.

Ist Joachim Gauck ein Konservativer? Nein, konservativ heißt erhaltend bzw. bewahrend. Für ihn gab es nichts, was aus DDR-Zeiten bewahrenswert gewesen wäre. Selbst konservative Politiker haben erkannt, dass Polikliniken, Kindergärten und Polytechnische Oberschulen sinnvolle Einrichtungen waren.

Hat Joachim Gauck Antworten auf  die Fragen der Menschen? Nein, Horst Köhler war beliebt, weil er vielen Menschen aus dem Herzen sprach, wie z.B. mit seiner Bemerkung, dass die Finanzmärkte sich zu Monstern entwickelt haben. Joachim Gauck spricht immer nur aus seinem eigenen Herzen. Er hat ein unkritisches Verhältnis zum Kapitalismus und kann nicht verstehen, dass viele Menschen Angst vor entfesselten Finanzmärkten und Arbeitslosigkeit haben.

Warum sind alle anderen Parteien für Herrn Gauck? Weil es viel einfacher ist, über die DDR-Vergangenheit zu reden als über die eigene Verantwortung für Krieg, Hartz IV, Armut und Zwei-Klassenmedizin.

Joachim Gauck ist ein Mann der Vergangenheit, der keine Antworten auf die aktuell drängenden Probleme der Menschen hat. Er ist deshalb für uns nicht wählbar.

Fünf Millionen Menschen haben unsere Partei gewählt, weil sie wissen, dass wir für eine soziale und gerechte Gesellschaft kämpfen. Dafür steht unsere Kandidatin Luc Jochimsen.

 

8.6.2010, Jeder kann uns muss sich wehren

Gesine Lötzsch, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Haushaltsexpertin, zeichnet Alternativen zum schwarz-gelben Sozialkahlschlag auf und ruft die Menschen auf, die Pläne der Regierung zu durchkreuzen.

Die Regierung Merkel hat die Katze aus dem Sack gelassen – nach dem Willen von Union und FDP sollen bis zum Jahr 2014 rund 80 Milliarden Euro gekürzt werden. Wen treffen die Einsparungen besonders hart?

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28.5.2010, Neues Deutschland
Gesine Lötzsch überreichte im Namen des Fraktionsvereins DIE LINKE 500 Euro.

„Der Jugend eine Bühne“

Lichtenberger Kinder studierten mit Künstlern der Staatsoper ein Stück ein

Die Kleinen probten monatelang für ihren großen Opern-Auftritt: Ein Jahr lang haben Lichtenberger Mädchen und Jungen gemeinsam mit Sängern und Pädagogen der Staatsoper eine eigene Kinderoper einstudiert. »Sternzeit« wird vom 28. bis 29. Mai im Theater an der Parkaue aufgeführt, Einblicke gewährte die Gruppe bereits bei einer Probe. Weiterlesen